Herr Baumgartner, in welchem Alter haben Sie die Blasmusik für sich entdeckt?

Ich habe mit 17 Jahren Klarinette gelernt. Davor hatte ich eigentlich nur Blockflöte in der Schule gespielt. Ein Jahr später, am 22. November 1958, wurde ich Gründungsmitglied der Trachtenkapelle Amrigschwand-Tiefenhäusern.

Was hat Ihnen an der Blasmusik so gefallen?

Blasmusik hat mich schon immer angesprochen und gereizt. Neben dem Fußball – ich war auch aktiver Fußballer – wurde sie mein großes Hobby.

War das Lieblingsinstrument von Beginn an die Klarinette?

Das kann man so nicht sagen. Als die Trachtenkapelle gegründet wurde, haben wir im Vorfeld überlegt, welche Register besetzt werden müssen. Neben dem Blech wie Trompete, Flügelhorn, Tenorhorn oder Bass wurden auch Holzbläser benötigt. Da ich in der Schule Blockflöte gespielt habe, beschloss ich, Klarinette zu lernen.

Wurden Sie gefördert und, wenn ja, von wem?

Hier möchte ich Karl Neumann von der Trachtenkapelle Höchenschwand erwähnen, der ebenfalls Klarinette gespielt hat. Er wohnte damals auch in Attlisberg, spielte aber bei der Trachtenkapelle Höchenschwand. Wir haben immer wieder miteinander geprobt.

Wie verlief Ihre musikalische Laufbahn bei der Trachtenkapelle Amrigschwand-Tiefenhäusern?

Zunächst spielte ich einige Jahre im Klarinettenregister. 1963 habe ich beim Blasmusikverband Hochrhein einen Dirigentenkurs besucht. Ab diesem Zeitpunkt kümmerte ich mich verstärkt um die Ausbildung des Nachwuchses.

Haben Sie nur Klarinette beschult oder auch andere Instrumente?

Damals habe ich alle Instrumente beschult. Der Schwerpunkt lag aber auf der Klarinette, dem Saxofon und der Querflöte, die ich als Autodidakt erlernt habe. Später bekam ich Hilfe von meinem verstorbenen Sohn Martin und weiteren Musikern aus der Trachtenkapelle.

Wie viele Kinder haben Sie ausgebildet?

Das ist schwer zu sagen, aber es waren sich über 100 Kinder. Viele spielen heute in der Trachtenkapelle und bilden zwischenzeitlich selbst wieder den musikalischen Nachwuchs aus.

Ab 1973 haben Sie den Dirigentenstab für die Trachtenkapelle übernommen und die Kapelle 17 Jahre geleitet. Woran erinnern sie sich dabei besonders?

Mir hat diese Aufgabe immer sehr viel Spaß gemacht, besonders da ich merkte, dass sich die Ausbildung der Jugend nun ausbezahlt hat. Wir konnten höherstufige Literatur spielen und haben uns auch erfolgreich an Wertungsspielen beteiligt. 1990 habe ich aus beruflichen Gründen den Dirigentenstab an meinem Sohn Martin weitergegeben.

Ist die Musik auch heute noch wichtig für Sie?

Ich habe bis vor einigen Jahren noch Nachwuchsspieler der Trachtenkapelle ausgebildet. Ich wäre auch heute noch gerne aktiv, aber durch Corona kann ich als Angehöriger der Risikogruppe mein Hobby leider nicht mehr ausüben.

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