Herr Berger, was hat Sie dazu bewegt, die Wahl zum Vorsitzenden des Tennisclubs Höchenschwand anzunehmen?

Ich bin als Teenager in den TC eingetreten und habe stark davon profitiert, dass engagierte Mitglieder mit Herzblut und Engagement den Club zu dem gemacht haben, was er heute ist. Mittlerweile sind auch meine Kinder Mitglieder und spielen gerne Tennis. Für all das bin ich sehr dankbar, weshalb es für mich nun selbstverständlich war, ebenfalls Verantwortung für diesen Verein zu übernehmen.

Sebastian Berger ist neuer Vorsitzender des Tennisclubs Höchenschwand.
Sebastian Berger ist neuer Vorsitzender des Tennisclubs Höchenschwand. | Bild: Cornelia Liebwein

Wenn Sie an Ihre Anfänge als Tennisspieler zurückdenken, was hat Sie an diesem Sport so fasziniert, dass Sie gesagt haben: Das will ich machen, da will ich dazugehören?

Ich hatte mit etwa zwölf Jahren begonnen, Tennis zu spielen. Damals hatten wir in Heppenschwand täglich auf der Straße mit Holzschlägern und einem selbst gebastelten Netz gespielt, das wir immer zur Seite schieben mussten, wenn ein Auto kam. Irgendwann hat uns das nicht mehr gereicht und ich bin Mitglied beim TC geworden. Viele meiner Kumpels haben dort ebenfalls gespielt, da war das natürlich naheliegend. Die Erfolge von Steffi Graf und Boris Becker haben natürlich auch eine enorme Begeisterung für diesen Sport ausgelöst.

Wenn Sie sich den Verein im vergangenen Jahr anschauen: Was finden Sie stark?

Corona hat natürlich spürbare Auswirkungen auf unseren Verein gehabt. So konnten wir unser geplantes Jubiläum nicht feiern. Auch das regelmäßige Spielen auf unserer schönen Anlage war zeitweise nicht möglich. Trotzdem hat der Zusammenhalt keinen Schaden genommen. Das ist super. Das liegt nicht zuletzt an dem unglaublich hohen Engagement vieler Mitglieder. Was ebenfalls toll war und ist: Wir sehen in den letzten beiden Jahren viele neue, vor allem junge Gesichter auf unseren Plätzen. Die Jugend nimmt das tolle Angebot unserer Jugendtrainer begeistert an.

Gibt es auch Bereiche, wo Sie noch Luft nach oben sehen?

Der Nachwuchs ist für einen Verein wie den TCH enorm wichtig, dort sind wir meiner Meinung nach auf einem sehr guten Weg. Wo Licht ist, gibt es aber auch Schatten, wenn auch in unserem Fall der Schatten nur klein ist. Wie bereits erwähnt, profitiert der Verein vom Einsatz einzelner Mitglieder. Wenn es uns gelingen würde, noch mehr Mitglieder für einen stärkeren Einsatz für den Tennisclub motivieren zu können, würde das zum einen dem Vereinsspirit dienen, zum anderen würde sich die Arbeit, die eine solche Tennisanlage mit sich bringt, auf mehrere Schultern verteilen.

Was sind Ihre Ziele in Ihrer Amtszeit?

Ich wünsche mir, dass der Verein in der Bevölkerung noch deutlicher wahrgenommen wird und wir von einer steigenden Mitgliederzahl profitieren werden. Unsere top gepflegten Plätze werden aus meiner Sicht zu wenig genutzt. Wir haben sicher noch einiges Potenzial, was die Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen und mit der Gemeinde Höchenschwand angeht. Momentan erhalten wir vor allem von der Gemeinde viel Unterstützung, hier möchte ich gerne etwas zurückgeben.

Der Verein hat keine Nachwuchssorgen. Wo steht aus Ihrer Sicht die Jugendarbeit des TC?

Wir haben zu unserem großen Glück einige Tennisspieler und -spielerinnen in unseren Reihen, die für die Nachwuchsarbeit förmlich brennen. Das wirkt sich sehr positiv auf den Zulauf von Kindern und Jugendlichen aus. Dieses Engagement kann man nicht genug wertschätzen. Das möchten wir auf jeden Fall beibehalten. Vielleicht gelingt es uns, das bestehende Angebot weiter auszubauen und so als Verein noch attraktiver für Kinder, Jugendliche und deren Eltern und Freunde zu sein.

Sehen Sie ein Problem in der Entfernung zwischen Ihrem neuen Wohnsitz in Wutöschingen und Höchenschwand?

Das ist tatsächlich nicht ganz einfach. Ein Problem sehe ich hier aber nicht. Die eigentliche Arbeit als Vorsitzender kann zu einem großen Teil von zu Hause erledigt werden. Natürlich wäre ich gerne häufiger auf unserer Anlage, um selbst beziehungsweise mit meinen Kindern Tennis zu spielen und auch, um Präsenz zu zeigen. Das wird sich im Laufe der Zeit aber sicherlich einpendeln, davon bin ich überzeugt. Wutöschingen ist ja nicht so weit weg von Höchenschwand.