Der Bauantrag des Mobilfunknetzbetreibers Vodafone auf Errichtung einer Funksende- und Empfangsanlage für das eigene und weitere Mobilfunkdienste privater Netzbetreiber auf einem Flurstück in Tiefenhäusern wurde vom Gemeinderat in der Sitzung am Montagabend abgelehnt. Das Gremium will nun zeitnah versuchen, einen für alle beteiligten akzeptablen Standort zu finden.

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Seit mehreren Wochen spricht sich die „Interessengemeinschaft Funkmast“ (IG) aus Tiefenhäusern gegen den Standort für den Bau eines Betonmasts und für die Einführung der 5 G-Technologie aus. Sprecher Oswald Matt nutzte auch in der Sitzung die Möglichkeit in der Bürgerfragestunde, auf die Position der Interessengemeinschaft hinzuweisen: Der Standort und die 5G-Mobilfunktechnologie werde das Leben auf dem Höchenschwander Berg extrem beeinflussen, sagte er.

Appell, Standort nicht zu genehmigen

Er appellierte an die Gemeinderäte und Bürgermeister Sebastian Stiegeler, den geplanten Standort nicht zu genehmigen. „Solange es in Europa keinen zweifelsfreien Nachweis gibt, dass die 5G-Technologie nicht gesundheitsschädlich ist, sollte man dringend davon Abstand nehmen“, sagte Matt. Diana Mortasawi übergab dem Bürgermeister eine Liste mit Unterschriften betroffener Bürger.

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Sebastian Stiegeler informierte, dass die Gemeinde nach Gesprächen mit den Bewohnern in Tiefenhäusern einem Gutachter den Auftrag für eine funktechnische Einschätzung erteilt habe. Auf Grund dieser Ergebnisse könnte die Gemeinde den beantragten Standort beim Wasserreservat theoretisch noch ändern.

„Wenn wir der Meinung sind, dass es einen anderen Standort braucht, müssen wir einen Prozess anstoßen“, sagte Stiegeler. Dies brauche aber Zeit, denn notwendig sei der Aufstellungsbeschluss für eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Ausweisung weiterer Mobilfunkstandorte. Für die Gemeinde bestünde dann aber die Möglichkeit, das Verfahren zu lenken.

Standort laut Gutachter gut

Der Bürgermeister verwies aber darauf, dass der beantragten Standort aus Sicht des Gutachters gut sei, denn er decke das komplette Gemeindegebiet mit Mobilfunk ab. Auch unter dem Aspekt der Gesundheitsgefährdung habe der Gutachter den Standort als verträglich angesehen. Er hoffe aber auf einen Dialog mit Vodafone, damit im Suchgebiet des Unternehmens (Umkreis von 500 Meter um das Wasserreservat) eine bessere Lösung gefunden werde.

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Auch auf die zeitliche Komponente ging Bürgermeister Sebastian Stiegeler in der Sitzung ein. Da der bis jetzt genutzte Funkmast Ende September 2021 abgeschaltet werde, müsse die Gemeinde rasch handeln. So müssten zunächst mit den Eigentümern der in Frage kommenden Grundstücke Gespräche geführt werden.

Bei zwei Gegenstimmen lehnte der Höchenschwander Gemeinderat den Bauantrag auf Grund der vorgebrachten Bedenken der Einwohner ab. Mit der Änderung des Flächennutzungsplans und dem Antrag auf Zurückstellung will sich das Gremium möglicherweise bereits am Montag, 21. Dezember, befassen, kündigte der Bürgermeister an.