Hermann Querndt will als Gemeinderat das Leben in seiner Heimatgemeinde Höchenschwand mitgestalten, die Kommune weiterentwickeln. Durch die Beschränkungen der Corona-Pandemie wurde das öffentliche Leben aber auch im „Dorf am Himmel“ massiv beeinträchtigt. Theater- und Konzertbesuche sowie das Vereinsleben waren stark eingeschränkt oder kamen im vierten Quartal sogar zum Erliegen. Der 62-Jährige, der SPD-Mitglied und Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat ist, gibt sein persönliches Resümee.

Für den Gemeinderat sei es ein schwieriges Jahr gewesen, sagt Querndt. Nach der Bürgermeisterwahl im November 2019 sollte die kommunalpolitische Arbeit im Jahr 2020 mit neuem Elan mit Bürgermeister Sebastian Stiegeler weitergehen. Der Start sei tatsächlich auch vielversprechend gewesen, denn beim erstmalig stattgefundenen Neujahrsempfang der Gemeinde im Kursaal wurde der scheidende Hausarzt Edwin Röhrauer in einer angemessenen Feierstunde zum Ehrenbürger ernannt. Das sei ein besonderes Ereignis für Höchenschwand gewesen.

Dann führte sozusagen die Pandemie Regie, die kommunalpolitische Arbeit sei sehr stark beeinträchtigt worden, sagt der Vorsitzende der SPD-Fraktion. Alle notwendigen Entscheidungen des Gemeinderates mussten zunächst im sogenannten Umlaufverfahren von zu Hause aus getroffen werden, weil keine Sitzungen stattfanden. Dies sei Neuland für das Gremium gewesen. Später seien dann die Sitzungen in den Kursaal im Haus des Gastes verlegt worden, wo aufgrund der Größe des Saales entsprechende Abstände zwischen den Anwesenden eingehalten werden konnten.

Trotz dieser Schwierigkeiten konnten wichtige Themen auf den Weg gebracht werden, sagt Querndt. Als Beispiel nennt er die die Entwicklung des Baugebietes Strittberg Mitte und die Bebauung des Neubaugebietes „In der Bündt“ in Höchenschwand, den Breitbandausbau, die Erweiterung der Wohnmobilstellplätze, die Sanierung der Panoramastraße und den Ausbau der Kläranlage Heppenschwand.

Getroffen hat die Gemeinde aber nicht nur die Covid-19-Krise, sondern auch das Sturmtief Sabine im Frühjahr. Das habe zu einer weiteren Verschärfung der Borkenkäfersituation geführt. Auch persönlich sei er im Frühjahr von Corona getroffen worden – er hatte mit seiner Partnerin Urlaub in Asien gemacht. Aufgrund vieler ausgefallener Flüge habe er nur mit viel Mühe den Rückflug von Bangkok organisieren können. Statt nach Zürich oder Frankfurt ging es nach Nürnberg und von dort mit der Bahn weiter.

Im kommenden Jahr stehen im Gemeinderat wichtige Entscheidungen an, sagt Querndt. Weitere Bauplätzen für junge Familien müssen geschaffen werden, die Überplanung des Rathausareals, die Einhaltung der Brandschutzauflagen für die Halle Attlisberg und vor allem eine gütliche Lösung für den Bau des Mobilfunkmasts im Ortsteil Tiefenhäusern stehen auf der Agenda. Wichtige Projekte seien aber auch das Schaffen neue Betreuungsplätze für Kinder, die Umsetzung des Rechts auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule ab 2025 oder die Sicherung der ärztlichen Versorgung in der Gemeinde. Das Gremium werde also viel zu tun haben.

Die Arbeit im Gemeinderat sei zeitintensiv, sagt Querndt. Oft müssten schwierige Entscheidungen getroffen werden, da auch immer wieder Interessenkonflikte zu beachten seien. „Ich wünsche mir, dass bei allen berechtigten Anliegen und Wünschen doch das Allgemeinwohl mehr in den Blickpunkt gestellt wird“, sagt Hermann Querndt.