Höchenschwand Wolfspfad, Wolfshütte und Wolfssteig: Drei Attraktionen für den Tourismus

Wolfspfad und Wolfshütte in Höchenschwand sind offiziell eröffnet worden. Bei der Eröffnung gingen die Redner, unter ihnen Landrat Martin Kistler und Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, auf die Bedeutung für den Tourismus ein, erwähnten aber auch, dass die Rückkehr des Wolfes Herausforderungen mit sich bringt. Der Wolfssteig, der von Waldshut nach Höchenschwand führt, wird am 29. Juli in Betrieb genommen.

Höchenschwand – Der auf Gemarkung Höchenschwand eingerichtete Wolfspfad und die am Schnittpunkt zwischen Wolfspfad und Wolfssteig liegende und zu einer Wolfshütte umgebaute Dumrighütte wurden offiziell eröffnet. Die Veranstaltung wurde vom Ochsenbuckel-Chor unter der Leitung von Petra Dorfmeister musikalisch umrahmt. Der 23 Kilometer lange "Wolfssteig" wird am 29. Juli in Betrieb genommen.

Höchenschwands Bürgermeister Stefan Dorfmeister konnte zahlreiche Gäste, darunter die Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU), Landrat Martin Kistler, die CDU-Bundestagsabgeordnete Gabriele Schmidt, den Landtagsabgeordneten Reinhold Pix (Grüne), Forstdirektor Helge von Gilsa, Vertreter des Schwarzwaldvereines, des Naturparks Südschwarzwald sowie viele interessierte Bürger willkommen heißen. Er freue sich, mit dem Wolfspfad und der Wolfshütte zwei neue Attraktionen für den Tourismus in der Gemeinde in Betrieb nehmen zu können, sagte Dorfmeister.

Rund 120 Gäste waren zuvor mit Stefan Dorfmeister und dem Höchenschwander Tourismuschef Sebastian Stiegeler vom Dumrigparkplatz auf einem Teilstück des Wolfspfades zur Wolfshütte gewandert. Sebastian Stiegeler gab dabei einige Informationen zu den Informationstafeln am Weg.

"Der Wolf zeigt sich, anders als vor 150 Jahren, im 21. Jahrhundert nur selten. Wird er gesichtet, sind wir Menschen angenehm berührt, teils löst der Wolf aber auch verhaltene Ängste aus", sagte Friedhilde Gurr-Hirsch in ihrer Ansprache. Wer die Berichterstattung der vergangenen Wochen verfolgt habe, habe gemerkt, dass es den Wolf nach Baden-Württemberg ziehe. Hier verwies die Staatssekretärin auf das Sichten eines Wolfes am Bodensee und den Fund eines toten Wolfes am 8. Juli im Schluchsee.

Mit der Rückkehr des Wolfes seien viele Herausforderungen verbunden, die es miteinander zu bewältigen gälte. Akteure der Landwirtschaft, Jagd, Naturschutz und Tourismus arbeiteten seit Jahren in der Arbeitsgruppe "Luchs und Wolf" in Baden-Württemberg zusammen. So habe die AG bereits 2013 einen Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe im Land erstellt, mit klaren Regelungen für die Entschädigung von Landwirten oder dem Umgang mit als aggressiv eingestuften Tieren. Dies sei notwendig gewesen, damit es in Baden-Württemberg zu keinen Konfrontationen zwischen den verschiedenen Interessengruppierungen komme. Die Staatssekretärin forderte auch dazu auf, Beobachtungen zum Thema Wolf der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt BW (FVA) zu melden", sagte Gurr-Hirsch.

Landrat Martin Kistler zeigte sich begeistert von den drei Projekten Wolfspfad, Wolfssteig und Wolfshütte. Er dankte besonders dem Leiter des Kreisforstamtes, Helge von Gilsa, der mit viel Engagement die drei Projekte inhaltlich und fachlich begleitet habe. Im sei es gelungen, in einem guten Dialog mit allen Beteiligten, diese drei Projekte voranzubringen. In seinen Dank schloss er auch die Forststudentin Nina Faschian ein, die mit ihrer Bachelorarbeit zum Thema Wolf die Grundlagen für die drei Projekte gelegt habe. Damit sei ein großer Mehrwert für die Öffentlichkeitsarbeit, aber auch für den Tourismus herausgekommen.

Kistler dankte aber auch Bürgermeister Stefan Dorfmeister, der alle am Wolf Interessierten in sein Rathaus eingeladen und dabei mitgeholfen habe, die Wolfsprojekte zu realisieren. Unter Hinweis auf die Grenznähe zur Schweiz meinte Kistler, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis auch in Waldshut ein Wolf gesichtet werde. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an das Auftauchen eines Wolfes aus dem "Calandamassiv" in Zürich.

Helge von Gilsa dankte seinen Mitarbeitern, dem Höchenschwander Revierförster Robert Becker, aber auch den vielen freiwilligen Helfern und Sponsoren, ohne deren Einsatz die Wolfsprojekte nicht hätten realisiert werden können. Weitere Grußworte sprachen Gabriele Schmidt und Reinhold Pix.

Pfad, Hütte und Steig

  • Die Wolfshütte liegt am Schnittpunkt zwischen Wolfspfad und Wolfssteig südlich von Strittberg auf Gemarkung Höchenschwand. Die Hütte ist Ausgangspunkt für angemeldete Führungen und soll ein Ort der Begegnung und der Wissensvermittlung für Wanderer und Erlebnisjäger sein. Ein großzügiger Rastplatz mit Grillstelle, Brunnen, Tischen, Bänken und einem Bio-WC lädt Wanderer auf dem Wolfssteig und Wolfspfad zur Rast ein.
  • Der Wolfspfad liegt bei Strittberg, südlich von Höchenschwand und ist 3,9 Kilometer lang und ein Erlebnispfad für die ganze Familie. Das Wolfsmaskottchen "Lupus" lädt dazu ein, Wissenswertes über das Leben der Wölfe zu erfahren.
  • Der Wolfssteig ist 23 Kilometer lang. Er führt vom Wildgehege Waldshut über Nöggenschwiel bis zum Kreuzsteinparkplatz in Höchenschwand. Er symbolisiert einen möglichen Weg von wieder einwandernden Wölfen aus der Schweiz.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Höchenschwand
Höchenschwand
Höchenschwand
Höchenschwand
Höchenschwand
Höchenschwand
Die besten Themen
Kommentare (1)
    Jetzt kommentieren