Frau Widmer, was war die Triebfeder zu der Erweiterung zu einem ganztägigen Dekanatstag?

Uns war wichtig, zum einen Lust zu machen, sich mit aktuellen Inhalten des KFD-Bundesverbandes zu beschäftigen, zum anderen aber auch das Wir-Gefühl der KFD-Frauen zu stärken und zu zeigen, dass die KFD kein altmodischer aussterbender Verband ist. Der Dekanatstag im Pfarrsaal in Tiengen zum Beispiel hat die Frauen begeistert. Vor zwei Jahren fand der Dekanatstag im katholischen Gemeindehaus in Waldshut mit großem Erfolg statt.

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Was steht im Mittelpunkt?

Unter dem Motto „Frauen, worauf warten wir?“ haben wir uns dieses Jahr bewusst für ein kirchenpolitisches Thema entschieden. In unserer Kirche brodelt es ja schon länger und gerade Frauen nehmen nicht mehr so einfach hin, dass sie zwar die tragende Basis in den Pfarrgemeinden vor Ort sind, sie aber von kirchlichen Weihen wie zum Beispiel dem Diakonat der Frau oder auch der Priesterweihe immer noch ausgeschlossen sind. Die Aktion „Maria 2.0“ im vergangenen Frühjahr hat gezeigt, wie viele Frauen unzufrieden mit der derzeitigen Situation in der katholischen Kirche sind und dass sie bereit sind für Veränderungen zu kämpfen.

Wer wird daran teilnehmen?

Wir konnten tolle und engagierte Frauen als Referentinnen für unseren Dekanatstag in Höchenschwand am Samstag, 14. März, gewinnen, beispielsweise Dr. Elisabeth Hönig, die Geistliche Leiterin der KFD in der Erzdiözese Freiburg, vielen ist sie bekannt durch den Gottesdienst im Europapark Rust beim 100-jährigen Jubiläum des Diözesanverbandes im Jahr 2017 oder dem Dekanatstag in Tiengen, des Weiteren die engagierten Frauen aus Lauchringen, die im vergangenen Jahr mit der Aktion Maria 2.0 so große Erfolge verbuchen konnten und andere. Besonders freuen wir uns darüber, dass wir mit den beiden Missions-Benediktinerinnen von Tutzing Schwester Renate Basler und Schwester Katharina Rohrmann zwei Ordensschwestern als Referentinnen gewinnen konnten, die sich im Netzwerk Ordensfrauen für Menschenwürde für eine partnerschaftlichere Kirche einsetzen.

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Gab es Probleme beim Finden von Gruppierungen?

Da ich zur Regionaldelegierten der Region Hochrhein im Diözesanausschuss des KFD-Diösesanverbandes gewählt wurde, konnte ich bei der letztjährigen Diözesanversammlung in Rastatt bereits wichtige Kontakte knüpfen. Schwieriger war es, Ordensschwestern zu finden. Aber nur, weil alle, die sich für eine Veränderung in unserer Kirche einsetzten, bereits anderweitig terminlich ausgebucht waren. Umso mehr freue ich mich, dass ich die Schwestern Katharina und Renate gewinnnen konnte. Letztere stammt übrigens aus Dogern und freut sich, in ihrer alten Heimat wichtige Impulse geben zu können.

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Wie einig sind sich die Frauen, mehr Verantwortung übernehmen zu wollen?

Uns ist bewusst, dass das Thema unseres Dekanatstages unterschiedlich ankommen wird. Da werden vielleicht die Frauen eher fernbleiben, für die die traditionelle Rollenverteilung in der katholischen Kirche kein Problem darstellt, ja, die es vermessen und ungehörig finden, dass die KFD sich für die Priesterweihe von Frauen einsetzt. Dann gibt es aber auch die Frauen, denen diese Kirche am Herzen liegt und in ihr beheimatet sind, die aber die Zeichen der Zeit sehen und dass sich etwas verändern muss, damit unsere Kirche auch in Zukunft glaubwürdig für die Menschen da sein kann. Wir würden uns am Dekanatstag einen lebendigen Dialog wünschen, in dem die unterschiedlichen Meinungen partnerschaftlich nebeneinander Platz haben.

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