Wiener Kaffeehaus-Musik erklang am Dreikönigstag im Kursaal in Höchenschwand. Das Obermettinger Salonorchester hatte zu einem Tanznachmittag eingeladen und Tanzpaare aus dem gesamten Landkreis und der benachbarten Schweiz nahmen das Angebot gerne an und sorgten für ein vollbesetztes Haus. Bei Tanzmusik der 20iger bis zu den 50-Jahren war die große Tanzfläche bei den gespielten Tango-, Foxtrott-, Chacha-, Rumba- und Walzermelodien im Kursaal ständig gut gefüllt. Der sehr gute Besuch im Kursaal zeigte auch, dass besonders bei Paaren, die in Tanzschulen die Standardtänze erlernte hatten, ein großer Bedarf besteht, ihre einstudierten Tanzschritte und Figuren in einer gepflegten Ballhausatmosphäre zu erproben.

Die Mitgliedeer des Obermettinger Salonorchester verabschieden sich von den Ballbesuchern. In der ersten Reihe links Stehgeiger Martin Junginger, in der zweiten Reihe rechts der Taxitänzer Kai Baumgartner.
Die Mitgliedeer des Obermettinger Salonorchester verabschieden sich von den Ballbesuchern. In der ersten Reihe links Stehgeiger Martin Junginger, in der zweiten Reihe rechts der Taxitänzer Kai Baumgartner. | Bild: Stefan Pichler

Das Obermettinger Salonorchester, in der Region schon lange ein Inbegriff für klassische Tanzmusik, trat in Höchenschwand in Kostümen der Strauß´schen Ära auf, was auch optisch die Stilrichtung ihrer Musik unterstrich. Ihr Markenzeichen ist die Salonmusik der 20-er Jahre, ihr Programm enthält aber auch Wiener Heurigen-Musik, Operettenmelodien oder die Swingmusik der 50iger Jahren. Das seit 90 Jahren bestehende Orchester spielt heute in der Besetzung Klavier (Engelbert Born), Violine (Val Kobler), 2. Violine (Astrid Schulze), Flöte (Susanne Rupp), Fagott (Simone Saedler), Oboe, Englisch Horn und Gesang (Tanja Saedler), Harfe (Susanne Lenhard), Bass (Felix Horn), Schlagzeug (Siggi Mahler) sowie Stehgeiger und musikalischer Leiter (Martin Junginger). „Beinarbeit, Körperhaltung und Körperspannung sind nicht nur beim Fußball gefragt. Auch Tanzen ist ein Gesellschaftssport, bei dem Aktive aber auch passive Zuschauer auf ihre Kosten kommen“, sagte Martin Junginger.

Gut gefüllt war die Tanzfläche im Kursaal. Im Vordergrund mit Schiebermütze der Taxitänzer Kai Baumgartner.
Gut gefüllt war die Tanzfläche im Kursaal. Im Vordergrund mit Schiebermütze der Taxitänzer Kai Baumgartner. | Bild: Stefan Pichler

Angenehm für die Ballbesucher war auch die Lautstärke der Musik, denn die Nichttänzer konnten sich ohne Mühe mit dem Tischnachbar unterhalten. Eine Besonderheit des Nachmittags war der Einsatz eines Taxitänzers. Eine Tanzschule aus Bad Säckingen hatte für Damen, die ohne Herrenbegleitung die Veranstaltung besuchten, den versierten Tänzer Kai Baumgartner nach Höchenschwand geschickt, der mit einer Tanzkarte angefordert werden konnte. So kamen auch Singles in den Genuss, über das Parkett zu gleiten.

Die Sängerin Tanja Sädler sang auch an den Tischen im Kursaal.
Die Sängerin Tanja Sädler sang auch an den Tischen im Kursaal. | Bild: Stefan Pichler

Mit der Melodie „Sag beim Abschied leise Servus“ verabschiedete sich das Orchester von den lang applaudierenden Tanzpaaren. Natürlich gab es noch zwei weitere Zugaben.