Zu den Höhepunkten im Jahresprogramm des Seniorenwerkes St. Michael gehört eine zweitägige Ausfahrt. In diesem Jahr hatte das Vorstandsteam um die Vorsitzende Anita Tröndle vergangene Woche zu einer Fahrt in den Bregenzer Wald und nach St. Anton am Arlberg eingeladen.

Nach dem Start in Höchenschwand wurde nach rund zwei Stunden die erste Pause auf einem Autobahn-Parkplatz oberhalb von Rorschach eingelegt. Neben einem herrlichen Blick auf den Bodensee verwöhnte Busfahrer Harald die Ausflügler mit Kaffee und einem selbstgebackenen Hefezopf.

Gegen Mittag wurde das erste Ziel der Reise, das „Haus Walserstolz“ in Boden im Großen Walsertal erreicht. Die Managerin des Biosphärenparks, Christine Klenovec, erwies sich als kompetente Führerin und erzählte über die positive Entwicklung dieser außergewöhnlichen Natur- und Kulturlandschaft „Großes Walsertal“. Aktuell gibt es in dem Tal 180 landwirtschaftliche Betriebe, davon 40 Prozent Biobetriebe.

Als kompetene Führerin im „Haus Walserstolz“ erwies sich Christine Klenovec.
Als kompetene Führerin im „Haus Walserstolz“ erwies sich Christine Klenovec. | Bild: Stefan Pichler

„Die Natur nutzen, ohne ihr zu schaden“, sei das Motto des Biosphärenparks Großes Walsertal sagte Klenovec. Solche Parks seinen Modellregionen für ein nachhaltiges Leben und Bewirtschaften. Sie werden bei Vorliegen eines Antrages von der Unesco ausgezeichnet. An Hand von einigen Beispielen zeigte sie die positive Entwicklung des Biosphärengebietes „Großes Walsertal“ auf.

Am Nachmittag folgte ein Besuch in der Probstei St. Gerold. Die Propstei war geistlicher Besitz des Klosters Einsiedeln in der Schweiz. Die Vogtei lag zunächst in den Händen der Grafen von Montfort, ehe sie an die Thumben von Neuburg kam. Die 85-jährige Lucia Hauser erzählte bei einem Rundgang über die Geschichte der Probstei.

Einen erlebnisreichen Nchmittag verbrachten die Senioren in der Probstei St. Gerold.
Einen erlebnisreichen Nchmittag verbrachten die Senioren in der Probstei St. Gerold. | Bild: Stefan Pichler

Beim Besuch der Kirche berichtete sie von der Diskussion, die das von Ferdinand Gehr im Jahre 1966 geschaffene Altarbild „Menschwertung Christi“ ausgelöst hatte. Das sehr modern gehaltene Gemälde sei auf viel Begeisterung gestoßen, wurde aber auch, besonders von den traditionellen Kirchenbesuchern, mehrheitlich abgelehnt. Eine Besonderheit der Probstei ist auch der Friedhof, auf dem keine Gräber zu sehen sind. Auf die Verstorbenen weisen lediglich schlichte Tafeln an der Friedhofsmauer hin.

Glück hatte die Gruppe beim Zimmerbezug in St. Anton, denn nur eine Stunde später ging ein heftiges Gewitter mit Platzregen nieder. Am nächsten Tag erlebte die Gruppe bei einer Busfahrt die landschaftlichen Gegensätze der vor allem bei Skifahrern beliebten Bergregion Zürs, Lech und Warth und den von vielen Wanderern geliebten Höhen des Bregenzer Waldes.

Nach dem Mittagessen in Sulzberg besuchte die Gruppe noch die „Juppen Werkstatt“ in Riefensberg. Toni Schmelzenach und Marina Metzler erzählten von der historischen Frauentracht und zeigten an einigen Beispielen die Erneuerungen der vergangenen Jahre bis hin zu einer für den Musikverein Reuthe im Jahre 2002 kreierte Kauffmanns-Tracht.

Interessant für die Besucher war auch ein Rundgang durch die Werkstatt im Untergeschoss, wo in einem sehr aufwendigen Verfahren der Glanzleinenstoff, Ausgangsprodukt für das Nähen der historischen Frauentracht, hergestellt wird. Mit vielen Eindrücken und Erlebnisse erreichte die Gruppe gegen Abend wieder Höchenschwand.