Sehr gut besucht war am vergangenen Dienstag eine Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Höchenschwanderberg im Lesesaal des „Haus des Gastes“. Auf der Tagesordnung standen die Vorstellung der künftigen Försterin für den Privat- und Gemeindewald in Höchenschwand, Elena Kummer, Informationen über die aktuelle Wald- und Holzmarktsituation durch Revierförster Robert Becker und dem Geschäftsführer der Waldgenossenschaft Südschwarzwald Nobert Schwarz, sowie Informationen über Baumarten für die Wiederaufforstung und die Neuorganisation der Kreisforstverwaltung durch Helge von Gilsa. 

Elena Kummer übernimmt am 1. Januar 2020 von Robert Becker die Stelle der Forstrevierleiterin auf dem Höchenschwanderberg.
Elena Kummer übernimmt am 1. Januar 2020 von Robert Becker die Stelle der Forstrevierleiterin auf dem Höchenschwanderberg. | Bild: Stefan Pichler

Kaum mehr als zwei Euro für Schadholz

In seiner Begrüßung bezeichnete der Vorsitzende der FBG, Werner Rautenberg, die derzeitige Situation als die Schlimmste seit Gründung der FBG vor 40 Jahren. Es sei noch keine zwei Jahre her, da habe man für gutes Fichtenholz die 100-Euro-Grenze gekratzt und auch für „D-Holz“ habe es noch fast 50 Euro gegeben. Für die Waldbesitzer seien nach einem Einschlag rund 50 Euro übriggeblieben.

In diesem Jahr hätten die Waldbesitzer rund 10.000 Festmeter Schadholz eingeschlagen und dafür einen Nettoerlös von zwei Euro je Festmeter erhalten. Der Verlust liege für die Waldbesitzer bei einer halben Million Euro, beklagte Rautenberg. Im Zusammenhang mit der angekündigten Aufarbeitungshilfe durch das Land Baden-Württemberg von drei Euro je Festmeter bedankte er sich bei Helge von Gilsa für die Unterstützung des Kreisforstamtes.

Einschlaggebühr wird ausgesetzt

Einstimmig angenommen wurde der Vorschlag von Rautenberg, vorläufig auf die FBG-Gebühr von einem Euro je eingeschlagenen Festmeter Holz zu verzichten. In diesem Zusammenhang gab Norbert Schwarz bekannt, dass auch die Waldgenossenschaft Südschwarzwald die ursprüngliche Gebühr von 2,50 Euro je Festmeter auf 50 Cent verringern werde.

Rautenberg nutzte die Anwesenheit des Leiters des Kreisforstamtes um im Zusammenhang mit einem Förderantrag zur Wiederherstellung des „Neumühlenweges“ auf das „bürokratische Monster innerhalb der Forstverwaltung hinzuweisen. Der Weg war beim Sturm Burglind im Januar 2018 schwer beschädigt worden. Rautenberg schilderte eindrücklich die bürokratischen Hindernisse bei der Bearbeitung durch die Forstverwaltung die sich über mehrere Monate hinzogen. Der Weg sei schließlich im Frühjahr 2019 instandgesetzt, der Förderbetrag aber bis heute nicht überwiesen worden. Das es auch anders gehe, habe die Gemeinde Höchenschwand gezeigt.

Gesamtschaden: 25 Millionen Euro

Unbürokratisch habe der Gemeinderat einen Zuschuss von 15.000 Euro für die Instandsetzung der Wegeschäden genehmigt und nach Vorlage der Rechnung durch den Förster auch ausbezahlt. Helge von Gilsa sagte in der Sitzung, dass er mit der Sache nicht betraut gewesen sei, aber bei den zuständigen Stellen nachfragen werde – am Tag nach der Sitzung erhielt die Gemeinde und die FBG dann von ihm die Nachricht, dass der Förderbetrag von 14.475,82 Euro am 5. Dezember angewiesen wurde. Helge von Gilsa nannte einige Zahlen zum Schadholzanfall im Landkreis. So seien rund 400.000 Festmeter befallen. Der finanzielle Schaden sei mit 25 Millionen Euro enorm.

Im Weiteren zeigte er mit einer Powerpointpräsentation die zukünftige Organisationsstruktur für den Kommunal- und Privatwald im Landkreis auf. 29 Revierförster werden zukünftig diese Waldflächen betreuen. Der Staatswald wurde herausgelöst. Der Revierförster bleibe Ansprechpartner für die Waldbesitzer, die Beratung sei weiterhin kostenlos, die Betreuung sei aber an Formalitäten gebunden, sagte von Gilsa. Die Abrechnungen erfolgten zukünftig nach den Gestehungskosten. Diese würden aber von Land bezuschusst. So reduziere sich der Stundenansatz des Försters von 60 auf tatsächlich 27.

Norbert Schwarz ging auf den schwierigen Holzmarkt ein. Käferholz sei praktisch nicht mehr zu verkaufen, auch gäbe es Kapazitätsprobleme bei der Abfuhr. Einige Firmen würden trotzdem noch Schadholz in geringen Mengen aufkaufen. Schwarz nannte in diesem Zusammenhang auch den ‚Fernabsatz mit China und die zu erlösenden Holzpreise. Er gab den Rat nur noch Holz nach vorherigen Absprache mit dem zuständigen Förster einzuschlagen.