Die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg, Friedlinde Gurr-Hirsch, besuchte am vergangenen Montag die Rehakliniken St. Georg. Die Höchenschwander Klinik beteiligt sich zusammen mit fünf weiteren Reha-Kliniken in Baden-Württemberg an dem Modellprojekt des Ministeriums „Gutes Essen in der Reha“. Bei dem Besuch wollte sich Gurr-Hirsch über die Umsetzung des Projektes in den St. Georg Kliniken informieren.

Friedlinde Gurr-Hirsch beim Besuch eines Therapieraumes.
Friedlinde Gurr-Hirsch beim Besuch eines Therapieraumes. | Bild: Stefan Pichler

Die Staatssekretärin erinnerte zunächst an die ersten Planungen des Ministeriums zur Einführung des Projektes. Schon 2004 habe man unter dem Motto „Komm in Form, Bewegen und Ernähren“ eine Ernährungsstrategie in den Blick genommen, an der sie mitgearbeitet habe. 2016 wurden die Planungen wieder aufgenommen und die Strategie auf alle Lebensbereiche, von der schwangeren Frau bis zum Senior erweitert, sagte Gurr-Hirsch.

Da Baden-Württemberg das Reha-Land Nummer eins sei, wurde beim Heilbäderverband das Modellprojekt „Ernährung in der Reha“ angeregt. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Qualität der Verpflegungsangebote.

Ziele des Projektes waren die Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), die Erhöhung des Anteils an ökologisch erzeugten Lebensmitteln auf mindestens 15 Prozent und die Durchführung der Bio- und DGE-Zertifizierung. Im Zusammenhang mit der Verschwendung von Lebensmitteln werde aktuell in Zusammenarbeit mit den Kirchen eine „Aktionswoche Lebensmittelwertschätzung“ umgesetzt.

Küchenchef Volker Bollenbach (links) erläutert Staatsekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch die Abläufe in der Küche. Im Hintergrund Alexander Porten.
Küchenchef Volker Bollenbach (links) erläutert Staatsekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch die Abläufe in der Küche. Im Hintergrund Alexander Porten. | Bild: Stefan Pichler

Frank und Alexander Porten informierten über die Umsetzung des Projektes in den St. Georg Kliniken. Frank Porten verdeutlichte, dass seine Mitarbeiter und er sehr gerne an dem vom Heilbäderverband Baden-Württemberg initiierten Projekt teilgenommen hätten. Die sechsmonatige Vorbereitung sei sehr wertvoll für die Klinik gewesen. „Wichtig für uns war am Ende nicht die Zertifizierung, sondern die Frage „Wie gehen wir mit dem Essen um?“, sagte Porten.

Mehr Wert auf Regionalität

Alexander Porten erläutert die Bio-Lebensmittel der Klinik.
Alexander Porten erläutert die Bio-Lebensmittel der Klinik. | Bild: Stefan Pichler

Eine Überprüfung der Abläufe in der Küche habe ergeben, dass einfach zu viel gekocht worden sei. Alexander Porten informierte über die Initiative „Zu gut für die Tonne“ mit der die Klinik versuche, die Verschwendung von Lebensmitteln zu minimieren. Bei den Lebensmitteln achte die Klinik auch auf Qualität und Regionalität. Auch werde in der Küche mehr Wert auf eine Verringerung des Fettgehaltes gelegt.

Der Qualitätsmanager der Klinik, Gerhard Reisig, nannte die Ergebnisse der regelmäßigen Abfragen der Patienten zur Qualität der Mahlzeiten. Auf Grund des Projektes seien die Noten von 1,94 auf 1,72 gestiegen.