Auf Einladung von Pfarrer Ivan Hoyanic besuchte der 80-jährige Geistliche nun am vergangenen Wochenende auf seiner Spendentour durch ganz Deutschland das „Dorf am Himmel“, um persönlich über das Schicksal der Straßenkinder zu berichten.

„Die Sehnsucht Gottes ist der Mensch. Die Weihnachtsgeschichte erzählt dazu die schönste Liebesgeschichte der Welt“, sagte Pfarrer Neuenhofer am Beginn in seiner Predigt zum Gottesdienst am 3. Adventssonntag. Die Suche von Maria und Josef nach einer Herberge sei aber vergeblich gewesen. So ähnlich ergehe es den Straßenkindern von La Paz, für die auf dieser Welt kein Platz mehr sei. Sie werden von ihren Vätern und Müttern ausgesetzt. In Bolivien nenne man diese Kinder „desechables“ (Wegwerfkinder). Sie seien überflüssiger Müll. Ihr Zuhause sei die Straße, wo sie der Verwahrlosung, Misshandlung und rücksichtlosen Ausbeutung hilflos ausgeliefert seien. Schon mit 10 Jahren müssten die Mädchen als Prostituierte ihr Geld verdienen. „Der Geschlechtsverkehr koste 80 Cent, davon bekomme das Mädchen 40 Cent, den Rest erhalte der Zuhälter, erzählte der Geistliche. Ja selbst Polizisten würden den Kindern ihre paar Cent Münzen rauben, die sie sich durch Schuhe putzen oder den Verkauf von Zeitungen verdient hatten. Als er beruflich nach Bolivien kam, habe ihn das Schicksal der Straßenkinder angespornt zu helfen und so habe er im Jahre 1994 „Arco Iris“ ins Leben gerufen, sagte Pfarrer Neuenhofer.

Die Projekte in La Paz umfassen heute fünf Wohnheime, Ausbildungs- und Produktionsstätten, Einrichtungen zur Betreuung und Verpflegung und Bildung und Freizeitgestaltung, ein Krankenhaus und eine Bank. Heute kümmerte sich die Fundación „Arco Iris“ um mehr als 6000 Kinder, Jugendliche und extrem arme Familien. Ein engagiertes und professionelles Team, von Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeitern und Erziehern sorge sich um die Kinder. Jährlich unterstützen bis zu 20 Volontäre die sozialen Projekte und ebnen den Betroffenen durch einen liebevollen Umgang und die Einbindung in soziale Strukturen den Weg aus der Armut in eine hoffnungsvolle Zukunft, schloss der Pfarrer.

Pfarrer Ivan Hoyanic lud im Anschluss an den Gottesdienst zu einem vom Gemeindeteam organisierten Suppensonntag in das Gemeindehaus „Erzbischof Oskar Saier“ ein, wo die Kirchenbesucher gegen eine Spende unter vier Suppen auswählen konnten, die von den Restaurants „Da Vinci“, „Hachostube“, „Portens Kurhaus“ und „Hotel „Nägele“ gestiftet worden waren. Der Nachmittag wurde musikalisch umrahmt von Sofia Liebwein und Franziska Rogg.

Während des Essens zeigte Pfarrer Neuenhofer einen beeindruckenden Film über das Land Bolivien und die Arbeit seines Hilfswerkes für die Heim- und Straßenkinder. Zum Abschluss des Nachmittags überreichten die Vorsitzende des katholischen Kirchenchores, Anni Vogelbacher und der Vorsitzende des Kolpingwerkes Heinz Kohlbrenner an Pfarrer Neuenhofer eine Spende von 1200 Euro. Elli Kohlbrenner vom Vorstandsteam der der katholischen Frauengemeinschaft übergab eine Spende von 300 Euro. Letztlich freute sich Pfarrer Neuenhofer über die Kollekten der Vorabendmesse vom Samstag und des Gottesdienstes vom Sonntag, sowie die gesamten Spenden des Suppensonntages, die Pfarrer Hoyanic übergab.

Spendenkonto des Vereines zur Förderung der Straßenkinder in Bolivien e.V. Rottweil:

Kreissparkasse Rottweil

IBAN: DE62 6425 0040 0000 0960 69

BIC: SOLADES1RWL

Volksbank Schwarzwald-Neckar

IBAN: DE62 6429 2020 0011 1220 21

BIC: GENODES1SBG