Freunde der Satire werden sicher voll auf ihre Kosten kommen beim Lesen des neuesten Büchleins von Eva Berberich, „Kater, wir kommen! Zieht euch warm an!“ Illustriert mit „wilden Bildern“ von Valerie Nyre greift sie darin den reichlich verquälten Umgang der männlich dominierten Kirche mit Frauen auf, die sich das nicht mehr gefallen lassen und den Aufstand wagen. „Ich wurde durch die Aktion Maria 2.0 zum Schreiben dieses Büchleins angeregt“, erinnert sich Berberich.

Geschichte spielt im Katzenmilieu

Eine Woche lang hatten im Mai 2019 katholische Frauen unter diesem Motto deutschlandweit die Kirche bestreikt. Sie wollten damit gegen eine männerdominierte Kirche und für den Zugang von Frauen zu den Weiheämtern in der Kirche demonstrieren.

Bewusst spiele ihre Geschichte im Katzenmilieu, einmal, weil da alles viel amüsanter klinge als im menschlichen – ein Heiliger Katervater sei nun mal lustiger als ein Heiliger Vater -, und weil seit jeher durch ihre Geschichten immer wieder Katzen schlichen, kletterten oder schnurrten. Ihr Mann, der Schriftsteller Armin Ayren behaupte deshalb, sie sei wohl in ihrem früheren Leben eine Katze gewesen, amüsiert sich Eva Berberich.

Rom und ein Baum als Handlungsort

Die Handlung in ihrer neuen Geschichte spielt in der ewigen, von Katzen bevölkerten, Stadt Rom, sowie auf einem sehr hohen Baum. Mit den Mitteln der Satire beschreibt Berberich das Weltbild der „vollkommenen Geschöpfe, wie es Kater nun einmal seien“ und den Aufruhr und Protest der guten und bösen Katzen. Bei einer Tagung der „Obersten Glaubenskater“ in der Sixtinischen Kapelle verbreiten die Katzen Panik, Angst und Schrecken, als sie versuchen, über Leitern in den Saal zu gelangen. Letztlich gewährleisten aber die „tapferen Schweizerkater“, den Schutz der Kater. Als es für die Katzen gefährlich wird, erhalten sie rechtzeitig „göttliche Hilfe“.

Gott schuf zuerst den Kater

Es sei immer ein Problem, sich mit kirchlichen Themen satirisch auseinanderzusetzen, weil manche ihrer Leser ihr Gotteslästerung oder Blasphemie vorwerfen. Dies sei aber überhaupt nicht der Fall. Sie sei katholisch erzogen und halte die Kirche als moralische Instanz für sehr wichtig. Es habe ihr einfach sehr viel Spaß gemacht, den Aufruhr der Katzen und das Verhalten der Kater zu beschreiben, schließlich habe ja Gott zuerst den Kater und erst dann die Katze geschaffen.