Bürgermeister Stefan Dorfmeister gab in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats einen aktuellen Sachstandsbericht zur Flüchtlingsunterbringung in der Gemeinde. So habe sich die Zahl der dem Landkreis neu zugewiesenen und unterzubringenden Flüchtlinge zwischenzeitlich mit 15 Personen im Februar und elf im März auf einem relativ niederen Niveau eingependelt. Nach dem Ende der vorläufigen Unterbringung durch den Landkreis würden die Geflüchteten im Wege der Anschlussunterbringung den Gemeinden nach einer Quote, die auf den Einwohnerzahlen basiert, zugewiesen.

Nach der jüngsten Berechnung vom 6. März bestünde für Höchenschwand eine Aufnahmepflicht von 38 Personen. "Wir haben aber bereits 41 Personen untergebracht und zählen damit zu den Gemeinden, die ihre Aufnahmepflicht nicht nur erfüllen, sondern deutlich überschreiten", stellte Stefan Dorfmeister fest. Auch wenn die Neuzuweisungen auf einem niederen Niveau verharren, würden sich noch viele Menschen in der vorläufigen Unterbringung befinden, die den Gemeinden noch zugewiesen werden müssten.

Der Ankauf des Hauses "Ursula" als gemeindeeigene Flüchtlingsunterkunft habe sich bewährt, sagte der Bürgermeister. Das Haus sei derzeit mit 18 Personen nahezu voll belegt. Untergebracht seien dort zwei Familien mit vier und zwei Kindern, vier alleinstehende Männer und zwei alleinerziehende Mütter mit jeweils einem Kind. Die Flüchtlinge kämen aus Sri Lanka, Gambia, Syrien und Mazedonien. Für die Unterbringung würden die Flüchtlinge der Gemeinde eine monatliche Pauschale gemäß der Unterbringungssatzung bezahlen.

Durch den Zuzug von vielen Kindern mit Migrationshintergrund hat sich auch die Arbeit in der Kindertagesstätte Höchenschwand verändert. In der Sitzung berichtete die Erzieherin Nicole Gutmann über die Situation der Einrichtung. So hätten von den zwölf Kindern der Kinderkrippe insgesamt fünf einen Migrationshintergrund (41,6 Prozent). Von den 59 Kindern, die in drei Gruppen im Kindergarten betreut werden, hätten 16 einen Migrationshintergrund (27,11 Prozent). Probleme gäbe es aktuell auch mit vier Kindern, die zum neuen Schuljahr nicht von der örtlichen Grundschule aufgenommen werden, weil diese bei der Einschulungsuntersuchung als nicht schulreif eingestuft worden sind. Eines dieser Kinder habe einen Migrationshintergrund, sagte Nicole Gutmann. Die Erzieherin berichtete aber auch von Personalproblemen, die durch die Pensionierung einer Vollzeitkraft ab dem neuen Kindergartenjahr bestünden. Bürgermeister Stefan Dorfmeister bekräftigte in der Sitzung, dass die Gemeinde sich um einen Ersatz bemühe.

Im Weiteren informierte Bürgermeister Dorfmeister über die Förderung des Landes bei der Anstellung eines Integrationsmanagers. Da der Bedarf in Höchenschwand keiner Vollzeitstelle entspreche, werde die Gemeinde mit dem Gemeindeverwaltungsverband (GVV) St. Blasien einen Förderantrag stellen. Der GVV wiederum würde mit der Caritas einen befristeten Vertrag über die Leistungen eines Integrationsmanagers abschließen. Die Personalkosten würden für zwei Jahre vom Land übernommen. Die Gemeinden hätten nur für die Nebenkosten (circa 6000 Euro pro Jahr) aufzukommen.