Höchenschwand – Die Gemeinde will in den nächsten Monaten die zu klein dimensionierte und auch marode Kläranlage Heppenschwand modernisieren. Den Auftrag für die Planungen hatte sie an das Ingenieurbüro Tillig aus Dogern vergeben. In der Gemeinderatssitzung am Montag erläuterte der Beauftragte der Firma, Ralf Mühlhaupt, die Ausschreibungsergebnisse für den ersten Bauabschnitt, dem Neubau eines Regenüberlaufbeckens. Es seien insgesamt drei Angebote abgegeben worden. Günstigster Bieter war mit 296 056,20 Euro die Firma Schleith aus Waldshut. Dieses Angebot lag deutlich über der Kostenberechnung von 240 351,91 Euro (plus 23,2 Prozent), führte Mühlhaupt aus.

Gründe dafür sah Mühlhaupt in der guten Auslastung aller Baufirmen am Markt. „Vor einem solchen Hintergrund ist es immer schwierig, günstige Preise auszuhandeln“, bedauerte der Ingenieur. „Die Konjunktur gibt keinen anderen Preis her." Außerdem müsse die Gemeinde, auch wegen der Zeitschiene der erhaltenen Zuschüsse, auf den Beginn der Baumaßnahmen achten, meinte in der Sitzung auch Bürgermeister Stefan Dorfmeister. Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag der Verwaltung und stimmte einstimmig der Auftragsvergabe an die Firma Schleith zu.

Mit der Feststellung des Jahresabschlusses 2016 für die Gemeinde, der Wasserversorgung und dem Kurbetrieb, befasste sich im Weiteren der Gemeinderat. Gemeinderechner Michael Herr erläuterte in der Sitzung die Zahlen. Erfreulich sei das Ergebnisse für den Gemeindehaushalt. Hier konnte die Gemeinde die Einnahmen im Verwaltungshaushalt um rund 171 000 Euro steigern. Da auch die Ausgaben im Verwaltungshaushalt um rund 233 000 Euro unter dem Haushaltsplan lagen, werden dem Vermögenshaushalt rund 719 000 Euro zugeführt. „Der Stand der allgemeinen Rücklagen liegt zum 31. Dezember 2016 damit bei 1 954 112,30 Euro", rechnete Herr vor. Gründe für das gute Ergebnis sah Herr unter anderem beim gestiegenen Anteil an der Einkommenssteuer und höheren Schlüsselzuweisungen.

Erfreulich sei auch die Bilanz für die Wasserversorgung. Im Wirtschaftsjahr 2016 schloss die Gemeinde mit einem Gewinn von rund 67 000 Euro ab. Im Wirtschaftsplan 2016 war die Gemeinde von einem Überschuss von nur 32 000 Euro ausgegangen. Die Verlustvorträge bei der Wasserversorgung verringern sich dadurch auf rund 162 000 Euro. „Das Ergebnis zeigt, dass nach der Erhöhung des Wasserpreises die Wasserversorgung wieder wirtschaftlich arbeitet. Da aber in Zukunft größere Investitionen, unter anderem für die Pumpwerke Lärchenberg und Schlauchen anstehen, werden diese Rücklagen auch gebraucht“, sagte dazu der Bürgermeister.

Der Wirtschaftsplan für den Kurbetrieb schloss mit einem Jahresverlust von rund 340 000 Euro ab. Gründe sah Michael Herr in den geringeren Übernachtungszahlen, aber auch in den höheren Ausgaben für die Einrichtungen des Kurbetriebes. Der Jahresverlust wird durch den Gemeindehaushalt abgedeckt. Dorfmeister zeigte sich mit den Ergebnissen insgesamt zufrieden. Sorgen bereite ihm aber die zukünftige Entwicklung des Kurhaushaltes, auch durch die Schließung des Fitalhotels, sagte Dorfmeister abschließend.