Gut besucht war eine Informationsveranstaltung zum Aufbau einer Nachbarschaftshilfe in Höchenschwand im Gemeindezentrum „Erzbischof Oskar Saier“. Initiiert hatte das Projekt die ehemalige Vorsitzende des Kirchenchors, Anni Vogelbacher aus Höchenschwand.

Gut besucht war die Informationsveranstaltung zum Aufbau einer Nachbarschaftshilfe in Höchenschwand.
Gut besucht war die Informationsveranstaltung zum Aufbau einer Nachbarschaftshilfe in Höchenschwand. | Bild: Stefan Pichler

Im Vorfeld hatte Anni Vogelbacher Gespräche mit dem Netzwerk Nachbarschaftshilfe Freiburg und mit Ulrike Klein vom Amt für Sozialhilfen, Behinderten- und Altenhilfe beim Landkreis Waldshut geführt. Als Referentin hat sie Susanne Hartmann vom Netzwerk Freiburg gewonnen.

Susanne Hartmann berichtete von ihren Erfahrungen beim Aufbau von Vereinen zur Nachbarschaftshilfe.
Susanne Hartmann berichtete von ihren Erfahrungen beim Aufbau von Vereinen zur Nachbarschaftshilfe. | Bild: Stefan Pichler

Der demografische Wandel stelle viele Dörfer vor neue Herausforderungen: Wie können ältere, kranke, hilfsbedürftige Menschen in den Dörfern unterstützt, wie ihre Selbstständigkeit lange erhalten werden? Als Antwort darauf sei der Gaienhofener Nachbarschaftshilfeverein „Hilfe von Haus zu Haus“ gegründet worden, führte Susanne Hartmann zu Beginn aus. Begleitet durch die katholische Landfrauenbewegung (KLFB) Freiburg seien so in den vergangenen 15 Jahren 50 weitere gemeinnützige Vereine entstanden. Seit Mai 2016 unterstützt das Netzwerk Nachbarschaftshilfe unter anderem mit Schulungen Gemeinden und Frauen im ländlichen Raum Baden-Württembergs, die sich in den genannten Bereichen engagieren oder neue Vereine aufbauen und weiterentwickeln wollen.

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„Der Aufbau einer Nachbarschaftshilfe ist auch in ländlich strukturierten Gemeinden absolut notwendig. In einem Kurort wie Höchenschwand wohnen viele Rentner und ältere Neubürger, die über wenig oder gar keine sozialen Kontakte verfügen. Diese Menschen sind dankbar, einen Ansprechpartner bei notwendigen Unterstützungstätigkeiten zu finden“, sagte Hartmann zur Begründung.

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Untersuchungen hätten ergeben, dass heute 70 Prozent der Hilfe in der Familie geleistet wird. Die erwartbare Lebensphase für die Pflege betrage heute zehn Jahre, führte Hartmann aus. Sie stellt damit für die Angehörigen eine hohe Belastung dar. Entwickelt wurde deshalb die sogenannte „geteilte Sorge“, ein Mix aus Pflegetätigkeiten der Familie, professionellen Diensten und bürgerschaftlichem Engagement.

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Die Nachbarschaftshilfe ist nicht kostenlos, sondern müsse von den Betroffenen bezahlt werden, sagte Hartmann. Es hätten sich in den vergangenen Jahren Vergütungssätze zwischen neun und zwölf Euro pro Stunde entwickelt. Das Netzwerk Freiburg gewähre für den Aufbau einer Nachbarschaftshilfe Sachkostenzuschüsse bis zu 5000 Euro. Auch der Landkreis beteilige sich mit einer Anschubfinanzierung von 1000 Euro, sagte Ulrike Klein.

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