Was genau die Krankheit auslöst, ist noch unbekannt. Für die Betroffenen bedeutet die Erkrankung des Zentralnervensystems eine große Herausforderung. Multiple Sklerose heißt die Krankheit, an der auch Wolfgang Zumkeller aus Häusern seit 16 Jahren erkrankt ist. Als Gruppenleiter der Amsel-Initiative Waldshut lädt er regelmäßig Betroffene ein.

60 MS Patienten aus dem Landkreis

MS-Patienten aus dem ganzen Landkreis kamen zum monatlichen Treffen nach Höchenschwand in den Lesesaal im Haus des Gastes. Seit 2015 betreut Zumkeller 60 MS-Patienten aus dem gesamten Landkreis. Es handle sich um die häufigste Erkrankung des Zentralnervensystems, erläutert der 55-Jährige. Aus bislang noch unbekannter Ursache werden die Schutzhüllen der Nervenbahnen wahllos und an unterschiedlichen Stellen angegriffen und zerstört. Nervensignale können in der Folge nur noch verzögert weitergeleitet werden. Die Symptome reichen von Taubheitsgefühlen über Seh-, Koordinations- und Konzentrationsstörungen bis hin zu Lähmungen, sagt er.

Lebenssituation nachhaltig verbessern

Die Amsel-Initiative Waldshut, Nachfolgegruppe der ehemaligen Amsel-Kontaktgruppe, will die Lebenssituation an MS erkrankter Menschen nachhaltig verbessern, sie sollen in die Lage versetzt werden, den Alltag mit MS besser bewältigen zu können.

Wolfgang Zumkeller (55) aus Häusern ist Gruppenleiter der Amsel-Initiative Waldshut. Bild: Stefan Pichler
Wolfgang Zumkeller (55) aus Häusern ist Gruppenleiter der Amsel-Initiative Waldshut. Bild: Stefan Pichler

Freundschaftlich begrüßte Zumkeller die acht erschienenen MS-Patienten. Ansehen kann man die Erkrankung einem Betroffenen nicht unbedingt, einige der Teilnehmer des Treffens brauchen aber Gehhilfen oder benötigten einen Rollstuhl. Zu den monatlichen Treffen kommen zehn bis 15 Besucher, sagt Zumkeller. Diese Gesprächsrunde der Amsel-Initiative sei sehr wichtig, denn in entspannter Runde könnten MS-Betroffene Erfahrungen austauschen, sich gegenseitig Mut machen oder einfach ein paar gemütliche Stunden bei guten Gesprächen verbringen.

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„Es braucht eine gewisse Zeit bis man lernt, mit der Krankheit umzugehen. Viele verdrängen die Folgen der fortschreitenden MS. Da hilft so ein Gesprächskreis schon“, bestätigt Eva Reddmann (seit 2004 erkrankt) aus Albbruck. Obwohl die Teilnehmer aus dem gesamten Landkreis kommen, finden die monatlichen Treffen seit 2015 in Höchenschwand statt.

Barrierefreiheit ist ein großes Problem

„Es ist sehr schwierig, Lokale zu finden, die barrierefrei sind – der Zugang und auch der Toilettenbesuch können sonst schnell zum Problem werden", sagt Zumkeller. Das Thema „Barrierefreiheit“ sei immer noch ein großes Problem, bestätigt auch Bernd Rudmann aus St. Blasien, der bereits seit 1985 an MS erkrankt ist und auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

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Um für seine Aufgabe als Gruppenleiter gut gewappnet sein, nimmt Zumkeller regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen teil. Er belegt zum Beispiel Computerkurse für die Mitgliederverwaltung oder Buchführung oder auch psychologische Kurse, die im helfen, sich bei einem Krankenbesuch richtig zu verhalten. Dabei sei die Hilfe von Michael Hägele von der Regionalstelle Südwürttemberg sehr gut, lobte Zumkeller. Dieser unterstütze bei Fragen der Behandlungsmöglichkeiten oder sorge für die anwaltschaftliche Beratung, etwa wenn Krankenkassen eine Heilkur nicht genehmigten.