Herr Noll, warum sind sie Mitglied bei den Tannenzäpfle geworden?

Ich bin in Betzweiler im Landkreis Freudenstadt geboren und 1958 nach Höchenschwand gekommen. Als „Schwabe“ war es in der damaligen Zeit nicht so einfach im Badischen Höchenschwand. Hier gab es ein leichtes Vorurteil gegenüber den Schwaben. Ich war aber eine Frohnatur, bin gerne zum Tanzen gegangen und habe deshalb auch die Veranstaltungen der Narrenzunft besucht. Da mir diese Art Fasnacht zu feiern gefallen hat, bin ich Anfang der 60er Jahre Mitglied geworden.

Haben Sie sich damals gleich aktiv ins Fasnachtsleben eingebracht?

Zur damaligen Zeit wurden in Höchenschwand für die Umzüge noch viele Wagen gebaut. Meine Kenntnisse als gelernter Maler waren deshalb gleich gefragt. Später habe ich damit begonnen, Vorträge bei Fastnachtsveranstaltungen zu halten.

Welche Themen haben Sie bei den Büttenreden aufgegriffen?

Es waren keine politischen Reden, davon verstehe ich zu wenig. Meistens habe ich über die Macken und Pannen der Dorfbewohner in einer lustigen Art und Weise berichtet. Für mich war dabei immer wichtig, niemanden zu verletzen.

Bei den heutigen Dorfzunftabenden sind Büttenreden eher eine Ausnahme. Bedauern Sie das ein bisschen?

Aus meiner Sicht war die Fastnacht früher lustiger, heute haben die Dorfzunftabende eher den Charakter eine Revue. Das Programm lehnt sich ein bisschen an die vielen Fastnachtsübertragen im Fernsehen an. Büttenreden gehen immer mehr zurück, weil sich niemand mehr die Arbeit machen will. Das Bedauere ich ein wenig. Natürlich besteht bei solchen Reden auch immer die Gefahr, dass jemand beleidigt ist und die angeprangerten Geschichtchen nicht mit Humor auffasst. Das ist mir auch das ein oder andere Mal passiert.

Bringen sie sich heute immer noch in die Fastnacht ein?

Nein, aber ich besuche immer noch regelmäßig die örtlichen Fastnachtsveranstaltungen der Zunft. Büttenreden halte ich seit etwa zehn Jahren keine mehr.

Fragen: Stefan Pichler