Licht an, hieß es wieder für ungefähr sechs Wochen für die Weihnachtsbeleuchtung des kreativen Weihnachtshauses in Attlisberg. Dort sind jetzt viele farbenfrohe Bilder zu sehen, die auch tagsüber ein Blickfang sind. Diesem Bravourstück haben Marc Geng (37) und sein Schwager Matthias Baumgartner (29) wieder viele Stunden Arbeit gewidmet. 

Das Weihnachtswunderland verwandelt sich täglich in der Dunkelheit in ein Lichtermeer. Auch die Schneeflocken, die den beiden Erschaffern am vergangenen Freitag, dem dritten Tag ihres Einsatzes, um das Gesicht tanzten, verzögerten den Aufbau nicht – vier Tage brauchen sie meist dafür. Mit dem Anschalten der Anlage wurde ein prächtiges Lichtfestspiel eröffnet, während die Stromspardiskussion Pause macht.

Mit dieser herausragenden Dekoration begonnen hat Marc Geng, als er 2012 in das Haus einzog. Die leuchtenden Rentiere mit Schlitten und Weihnachtsmann auf dem Dach waren zuerst da. „Allerdings war die Dekoration aus dem Handel enorm kostspielig“, hatte er bald festgestellt. Schnell teilte Schwager Matthias Baumgartner die Begeisterung für den Weihnachtsschmuck und sie entschlossen sich, die Figuren selbst zu zimmern.

Ungefähr 25 Motive sind es mittlerweile, die die handwerklich-technisch begabten Männer auch dieses Jahr wieder für die Saison auf dem Grundstück installiert haben. Im Oktober begann das Duo mit der Fertigung neuer Bilder, die Farbe von Schneemann Olaf, eine Figur aus einem Disney-Film „Die Eiskönigin“, ist gerade erst getrocknet, auch ein Nussknacker ist neu. Wie in die anderen Figuren auch, haben die Handwerker in die Holzplatte von Olaf Löcher gebohrt, 200 an der Zahl, um die Lichter darin befestigen zu können.

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„Die Ideen für was Neues kommen uns beim Abbau“, verraten sie. Den Charakteren von Walt Disney und Warner Brothers, Donald Duck und seinen Freunden, Bugs Bunny, Tweety oder den Panzerknackern, die auf einem Teil des Daches ihren Schabernack treiben, können Besucher persönlich gegenübertreten, der markanteste Punkt aber ist das Disney-Märchenschloss. Wer inmitten dieses Rahmens ein Erinnerungsfoto knipsen möchte, kann sich seit Neuestem für einen Schnappschuss auf einer aus einem Baumstamm gearbeiteten Bank niederlassen.

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Aufbewahrt wird die Pracht nach dem Abbau im Heustock in Hunderten von Schachteln, sogar auf Paletten gestapelt. Sommerruhe kennen die Bastler aber nicht: Die warmen Monate verbringen sie mit Wartungsarbeiten an der Werkbank. „Zu tun gibt es immer was“, sind sie sich einig. Die beiden Attlisberger sind Perfektionisten und brennen für ihr Hobby. Das Internet sei eine ergiebige Quelle neuer Motive. Ihre maßstabgetreuen, vergrößerten Zeichnungen werden mithilfe von Pauspapier auf das Holz, für das sie in diesem Jahr sogar einen Schreiner als Sponsor gewannen, übertragen. Nach dem Aussägen der Holzteile mit einer Stichsäge glätten sie sie mit Schleifpapier und geben ihnen mit verschiedenen Farben den letzten Schliff.

Unzählige Arbeitsstunden stecken in diesem Hobby. „Für den Bau des Schlosses waren wir jeden Abend ungefähr sechs Wochen lang dran“, berichten sie. Trotz der Eigenarbeit ist diese Leidenschaft teuer. Ungefähr 700 Euro Materialkosten, manchmal mehr, müssten sie jährlich investieren. Eine LED-Kette beispielsweise halte nicht länger als drei bis vier Jahre. Zum Schluss schieben sie noch nach: „Wir danken unseren Nachbarn für ihr Verständnis und dass sie einige Wochen im Jahr die Beleuchtung dulden.“