Einen begeisternden Erfolg feierte das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg mit seinem Dirigenten Stefan R. Harder beim Benefizkonzert für die Bergwachten Höchenschwand und Bernau im voll besetzten Kursaal. Beide Organisationen feiern ihr 50-jähriges und 60-jähriges Bestehen. Schirmherr der Veranstaltung war Landrat Martin Kistler.

In den vergangenen 50 Jahren habe sich im Aufgabengebiet der Bergwacht viel verändert, stellte Kistler fest. Zwar liege der Schwerpunkt immer noch im Bereich der Winterrettung, die Einsatzschwerpunkte hätten sich aber erheblich weiterentwickelt und verändert. Heute sei die Bergwacht im Sommer und im Winter immer dann zur Stelle, wenn es gilt, verunfallten Menschen in unwegsamem Gelände zu helfen.

Der Vorsitzende der Landesleitung der Bergwacht, Adrian Probst, freute sich über ein volles Haus. Er stellte den Abend unter das Motto "Zusammen!" Die Unterstützung und Hilfe für die Mitmenschen sei der Klebstoff, der die Bergwachten zusammen halte. Die 1500 Mitglieder der Bergwacht Schwarzwald rückten zu jeder Tages- und Nachtzeit ehrenamtlich zu 1500 Notfällen im Jahr aus. "In die Freude für den heutigen Abend mischt sich aber auch Trauer, denn wir vermissen den vor zwei Wochen tödlich verunglückten, jungen Höchenschwander Bergwachtkameraden, Lukas Benz. Unsere Gedanken sind heute bei Lukas und seiner Familie", sagte Probst.

Der Begriff "Zusammen" passe auch auf die Gestaltung dieses Abends, den die Bergwachten in Höchenschwand und Bernau gemeinsam organisiert hätten, betonte Probst. In diesem Zusammenhang dankte er dem Landespolizeiorchester Baden-Württemberg, das von sich aus das Angebot zu diesem Konzertabend gemacht hatte, um die Arbeit der Bergwacht zu unterstützen.

Die 30 Musiker des Polizeiorchesters Baden-Württemberg eröffneten mit "Viva Musica", einer Komposition von Alfred Reed, schwungvoll den Abend. Dirigent Stefan R. Halder hatte ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Höchstschwierigkeiten für diesen Auftritt zusammengestellt. Den Abend moderierte Heribert Herbrich kompetent und humorvoll. "Sie werden heute Abend keine Marsch- oder Polkamusik hören, sondern echte Highlights, die man nicht in der Schublade der Blasmusik erwartet", machte der Moderator die Konzertbesucher neugierig.

In den folgenden zwei Stunden begeisterte das Orchester mit sinfonischer Blasmusik wie den "Polowetzer Tänzen" von Alexander Borodin oder dem rhythmisch sehr anspruchsvollen Werk "Orient Express", aber auch mit einem perfekten Swing Sound wie bei "A Tribute To Lionel", hier zeigte Yu Fujiwara sein großes Können auf dem Vibraphone, oder " A Tribute To Roger Cicero", einem Medley der bekanntesten Lieder des in diesem Jahr verstorbenen großen Jazzsängers. Mit lang anhaltendem, stehendem Applaus erzwangen die Konzertbesucher am Schluss zwei weitere Zugaben.

Adrian Probst bedankte sich bei Stefan R. Halder mit einem Gemälde des Höchenschwander Heimatmalers Christian Gotthard Hirsch. Die Musiker hatten nämlich als Überraschung das nur bei Chören bekannte "Höchenschwander Lied" gespielt.