Im Rahmen einer Visitation der evangelischen Johannesgemeinde Höchenschwand/Häusern hatte die Dekanin des evangelischen Kirchenbezirks Hochrhein, Christiane Vogel, Ärzte und in der Pflege tätige Personen aus der Region eingeladen, um über die Situation älterer Menschen und der Pflegeeinrichtungen und -dienste zu diskutieren.

Zukunftperspektiven im Blick

An dem Gespräch nahmen auch der Höchenschwander Pfarrer Markus Wagenbach, der Kirchengemeinderat sowie die Mitglieder der Visitationskommission teil. Bei einer Visitation werde bei einem „schönen Gespräch“ gemeinsam überlegt, wo die Gemeinde stehe und welche Zukunftsperspektiven entwickelt werden können, sagte Dekanin Vogel. Zur Visitation gehöre auch die Beschäftigung mit der Frage, wie die Kirche heute innerhalb der Gesellschaft wahrgenommen werde.

Auf Vorschlag der Kirchengemeinderäte aus Höchenschwand und Häusern sei dafür dieses Thema ausgewählt worden. Der pensionierte Arzt Jörg Kraft eröffnete die Diskussion mit der Feststellung, dass die ärztliche Versorgung auf dem Land besser sei, als in der Großstadt, sehe man einmal von den teilweise längeren Anfahrtswegen ab. „Hier kennt der Arzt seine Patienten noch“, betonte er. Das „Gejammer“ über lange Wartezeiten halte er für übertrieben. Ein Problem sei die Ungeduld der Menschen.

Pflegesituation in der Region gut

Positiv sah Kraft die Einrichtung der Tagespflege in Häusern. Auch die Höchenschwander Ärzte Edwin Röhrauer und Wulf Gisevius bestätigten diese Einschätzung. Die Pflegesituation der älteren Menschen in der Region sei gut, sagte Ulrike Stich von der Sozialstation St. Blasien, bevor sie die Leistungen der Tagespflege in Häusern vorstellte.

In der Diskussion wurde der kirchliche Beistand bei der Behandlung von Patienten hinterfragt. Der werde zumeist erst im Stadium des Sterbens nachgefragt, bedauerte Pfarrer Wagenbach. In diesem Zusammenhang wurden der Hospizdienst und die Tätigkeit des Krankenhauspfarrers angesprochen. Thematisiert wurde auch die Gefahr einer zunehmenden Vereinsamung älterer Menschen. „Die Stimme aus dem Radio sei oft die letzte Möglichkeit eines Kontaktes mit der Außenwelt“, meinte Edwin Röhrauer.

Hinweis auf Projekt in Todtmoos

Dekanin Vogel verwies in dem Zusammenhang auf ein Projekt in Todtmoos, wo für ältere Menschen einmal im Monat ein gemeinsamer Mittagstisch organisiert werde. „Inzwischen kommen regelmäßig 20 bis 30 Menschen zu dieser Veranstaltung“, freute sich die Dekanin. Auch die Vor- und Nachteile eines 24-Stunden-Pflegeeinsatzes polnischer Hilfskräfte, sozusagen als Vorstufe zu einem Heimplatz, wurden in der Runde diskutiert.