Eine verheerende Flutkatastrophe hat im Juli das Ahrtal in Rheinland-Pfalz schwer getroffen. Todesopfer waren zu beklagen, die Sachschäden waren immens. Das Ereignis löste danach eine Welle der Hilfsbereitschaft aus – auch in Höchenschwand. Gemeinderat Oliver Rombach und Thomas Tröndle starteten eine Spendenaktion. Viel Geld kam seither zusammen und auch 300 gefüllte Nikolaussäckchen brachten die Spender ins Ahrtal.

Buchstäblich über Nacht hatten die Bewohner der betroffenen Region ihre Häuser und Wohnungen und ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Neben den Erwachsenen leiden auch die Kinder unter den schwierigen Lebensbedingungen, denn noch immer haben viele Haushalte keinen Strom oder eine Heizung, erzählen Oliver Rombach und Thomas Tröndle, genannt Heizer.

Auch jüngere Frauen freuten sich über die Geschenke der Höchenschwander Nikoläuse. Bild: Black Angels
Auch jüngere Frauen freuten sich über die Geschenke der Höchenschwander Nikoläuse. Bild: Black Angels | Bild: Pichler, Stefan

An der von den beiden initiierte Spendenaktion beteiligten sich unter anderem alle 19 Vereine aus der Gemeinde. Die Gelder flossen auf das Konto des Spendenvereins „Black Angels“, den Thomas Tröndle neben seinen Hilfseinsätzen im Ahrtal gegründet hatte. Seither konnten die Flutopfer mit mehreren 10.000 Euro unterstützt werden. Eine besondere Hilfsaktion gab es Anfang Dezember. Tröndle und drei weitere Mitglieder der „Black Angels“ unternahmen mit ihren Motorrädern eine Fahrt ins Ahrtal.

Straffes Programm

Im Gepäck hatten sie 300 gefüllte Nikolaussäckchen für dort wohnende Kinder. Das Transportfahrzeug steuerte Gemeinderat Oliver Rombach. „Meine Schwester Susanne Francois betreibt in Tiengen ein Piercing-Studio und hatte spontan die Säckchen gefüllt und gesponsert“, erzählte Tröndle. Nach der Ankunft in Ahrweiler wartete auf die Gruppe ein straffes Programm. Schon am Freitagabend freuten sich viele Kinder auf dem Weihnachtsmarkt über Nüsse, Obst und Süßigkeiten. Begleitet wurden die in Nikolausgewändern gekleideten Motorradfahrer von Jenny Koch, die selbst von der Flut schwer betroffen ist und seither über eine Patenschaft der „Black Angels“ unterstützt wird.

Das Foto zeigt die Mitglieder der „Black Angels“ (von links): Armin Ebner, Bernd Gilles (Beschenkter aus dem Ahrtal), Thomas ...
Das Foto zeigt die Mitglieder der „Black Angels“ (von links): Armin Ebner, Bernd Gilles (Beschenkter aus dem Ahrtal), Thomas Tröndle, Axel Ebner und Gemeinderat Oliver Rombach bei der Spendenübergabe. Bild: Black Angels | Bild: Pichler, Stefan

So stand auch am folgenden Tag zunächst die Besichtigung und das Ausmessen der Bauruine von Jenny Koch auf dem Programm. In den nächsten Wochen will Thomas Tröndle mit weiteren Mitgliedern der „Black Angels“ das Anwesen wieder bewohnbar machen. Am Nachmittag fuhren die Höchenschwander Nikoläuse weitere Orte im Ahrtal an. Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Übergabe von acht Geldspenden an besonders betroffene Flutopfer des Ahrtals. Entsprechende Hinweise bekamen Thomas Tröndle und Oliver Rombach von einer kundigen Friseurin aus Dernau. „Es hat mich gerührt, die Freude der Betroffenen zu sehen, die sich trotz ihrer schwierigen Lebensbedingungen beinahe schämten die Spendengelder anzunehmen“, sagte Gemeinderat Oliver Rombach. Man könne die schrecklichen Auswirkungen der Flut gar nicht beschreiben. Alles sei noch viel, viel schlimmer, ergänzte Thomas Tröndle. Am Nachmittag ging es für alle wieder zurück auf den Höchenschwanderberg.