Der vergangene Winter war im Landkreis so teuer und arbeitsintensiv wie zuletzt im Jahre 2010/2011. Für die Hotzenwaldgemeinden war es hingegen ein vergleichsweise normaler Winter, Schneefälle sind hier üblich und keine besonderen Ereignisse wie in den Tieflagen des Kreises.

So kostete der Winter die Rickenbacher Gemeindekasse nur 3.000 Euro mehr als im Haushalt veranschlagt, so Rechnungsamtsleiterin Hildegard Bayer. Die 70 Kilometer Gemeindestraßen werden in Rickenbach größtenteils von Unternehmern geräumt. Der Bauhof nimmt im Winterdienst hauptsächlich Aufgaben beim Räumen der Gehwege, Buswartehäuschen und des Schulgeländes wahr.

Erster Einsatztag war der 1. Dezember der letzte Winterdienst fuhr am 8. April. 1000 Arbeitsstunden verrechneten die Lohnunternehmer für die 70 Kilometer Straßen. In 50 Einsatztagen wurden 300 Tonnen Salz ausgebracht. Die Gesamtkosten von 203.000 Euro beinhalten Materialkosten von rund 20.000 Euro und die Rechnungsbegleichung bei den Lohnunternehmern. Die Kosten für das Bauhofpersonal sind nicht inkludiert.

In Herrischried läuft der vergangenen Winter unter „normaler Winter“. Die vergangenen Jahre waren im Vergleich dazu als eher mild zu bewerten, teilt Roland Frank mit, der in Herrischried für die Finanzen zuständig ist. Auch Herrischried nimmt Lohnunternehmer in Anspruch, räumt mit dem Bauhof aber den größten Teil der 80 km Gemeindestraßen selber.

Der vergangene Winter brachte ordentlich Schnee. Spaß für die Wintersportler, Arbeit für die Winterdienste. Wie hier am 18. Januar in Herrischried, verabschiedete sich der Schnee dann Ende Februar kurz und kam im März mit Macht und Menge zurück.
Der vergangene Winter brachte ordentlich Schnee. Spaß für die Wintersportler, Arbeit für die Winterdienste. Wie hier am 18. Januar in Herrischried, verabschiedete sich der Schnee dann Ende Februar kurz und kam im März mit Macht und Menge zurück. | Bild: Peter Koch

So leisteten die Bauhofmitarbeiter zwischen dem 1. Dezember und dem 8. April 1.804 Arbeitsstunden für den Winterdienst. Die Sachmittelkosten werden in Herrichried mit rund 9.000 Euro angegeben. Um die 80 Tonnen Salz wurden in Herrischried auf die Straßen gebracht. Die Lohnunternehmerleistungen lagen bei 73.000 Euro. Die Gesamtkosten für die Gemeindekasse betrugen, inklusive der Lohnkosten für den Bauhof , rund 163.000 Euro. Dies entspricht einer Mehrleistung und Kostensteigerung zum schneearmen Vorjahr von etwa 62 Prozent.

Bürgermeister Carsten Quednow teilte für Görwihl mit, dass die Rechnungen der Subunternehmer noch nicht vorlägen und daher noch keine Auskünfte erteilt werden könnten. „Es war ein insgesamt normaler Winter mit keinen großartigen Überraschungen.“, stellte er jedoch fest.

Insgesamt gibt es in der Gemeinde Görwihl 50 Kilometer Straße zu räumen. Nachdem vergangenes Jahr 78,4 Tonnen Streusalz ausgebracht wurden, waren es in diesem Winter 113,5 Tonnen. Kreisweit mussten mehr Einsatztage geleistet werden. Ebenfalls zwischen dem 1. Dezember und dem 8. April wurden 128 Einsatztage vermerkt. Dies teilt das Landratsamt auf Nachfrage mit. Dabei wurden 10.000 Tonnen Salz ausgebracht und es entstanden Kosten von rund 3,7 Millionen Euro.

Die Salzlager wurden im letzten Winter arg geschröpft. 10.000 Tonnen Salz verteilte allein der Landkreis auf unseren Straßen. Die Gemeinde Rickenbach verbrauchte 300 und die Gemeinde Herrischried 80 Tonnen zwischen dem 1. Dezember und dem 8. April.
Die Salzlager wurden im letzten Winter arg geschröpft. 10.000 Tonnen Salz verteilte allein der Landkreis auf unseren Straßen. Die Gemeinde Rickenbach verbrauchte 300 und die Gemeinde Herrischried 80 Tonnen zwischen dem 1. Dezember und dem 8. April. | Bild: Peter Koch

Die Kostensteigerung von 38 Prozent zum Vorjahr erklärt das Landratsamt mit dem erhöhten Räumaufwand in der Rheinebene und den zahlreichen Schneebruchereignissen durch nassen Schnee, die vermehrt Verkehrssicherungsarbeiten nach sich zogen. Die Gemeinde Todtmoos gab keine Auskunft auf die Nachfrage.