Herrischried war für Annekatrin Mickel schon bei ihrem ersten Besuch vor rund 20 Jahren „eine Liebe auf den ersten Blick“, wie sie bei einer Vorstellungsrunde am Freitagabend vor fünf Zuhörern auf dem Gerhard-Jung-Platz in Großherrischwand berichtete. 2012 ist sie dann für immer in der Gemeinde geblieben und aktuell bewirbt sie sich für das Amt der Bürgermeisterin. Die studierte Landschaftsökologin und Naturpädagogin möchte ihre „Grüne Seele“ voll und ganz für Herrischried und eine Zukunft im Einklang von Mensch und Natur einsetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

„Ich möchte Herrischried noch mehr mitgestalten, über das hinaus, was ich jetzt schon mache“, erklärt sie ihre Motivation zur Kandidatur. Auch die Tatsache, dass sie mit den aktuellen Mitbewerbern unzufrieden sei, habe sie dazu bewogen, praktisch in letzter Minute ihren Hut in Ring um den Bürgermeisterposten zu werfen – denn nur meckern alleine nütze nichts, versicherte sie.

Eine Diskrepanz sieht sie zwischen dem Naturschutz und dem Leben in der Naturlandschaft. Hier müsse ein Kompromiss gefunden werden. Sie vertritt die Meinung, dass eine Art Museums-Naturschutz nicht praktikabel sei. Die Region und ihre Menschen bräuchten trotz Naturschutz eine Wirtschaftsperspektive, betonte Annekatrin Mickel. Gleichzeitig warnte sie aber auch vor einem Wachstums-Mantra. Nachhaltigkeit ist ihr wichtig und sie möchte auf keinen Fall, dass Herrischried ausblutet. Was die Schaffung eines Gewerbegebiets anbelangt, war sie eher skeptisch. Die Wertschöpfung müsse in der Gemeinde stattfinden. Regionale Produkte gelte es zu favorisieren. Wachstum könne auch heißen, den Tourismus wieder anzukurbeln, führte sie aus. Angesprochen auf die Hotel-Situation in der Gemeinde, vertrat sie die Meinung, dass das, was schon Bestand habe, erhalten bleiben sollte, dazu brauche es jedoch ein gutes Tourismus-Konzept.

Rückendeckung für ihr Vorhaben schöpft die dreifache Mutter aus ihrer Familie, die sie unterstütze und ihr gegebenenfalls ermögliche, das Amt auszufüllen. Die Kandidatin sieht ihre fünfjährigen Tätigkeit als Sachgebietsleiterin im öffentlichen Dienst als Berufserfahrung in der Verwaltung. Um für die Aufgaben eines Bürgermeisters gewappnet zu sein, wolle sie Weiterbildungsangebote nutzen. Zudem stehe eine sehr gute Verwaltungsmannschaft parat. Sie ist sich sicher, dass sie sich so schnell einarbeiten könnte.