„Frage nie einen Berater, denn der Mythos steckt in Dir.“ Der das sagt, ist seit 32 Jahren als Trainer und Coach zu Themen wie Verkauf, Führung, Persönlichkeit, Motivation und Teamerfolg tätig: Hans-Jürgen Thoma (70) mit Wohnsitz in Herrischried hat über einen Zeitraum von drei Jahren sein erstes Buch geschrieben. Titel: „Sehnsucht nach dem eigenen Leben.“ Erschienen ist es kürzlich im Verlag tredition, hat einen Umfang von 340 Seiten und ist das pure Gegenteil von dem, was Titel und Umschlagbild mit dem treibenden Segelboot vermuten lassen könnten.

Ein Arbeitsbuch

Thoma hat keinen Roman über das Reisen und Träumen verfasst, sondern ein Arbeitsbuch. Darin befindet sich die Essenz von rund 30 Jahren Berufserfahrung– „pure Praxis“, wie er es auf den Punkt bringt. Das Buch, so Thoma, „kommt zum richtigen Zeitpunkt“. Corona hat das Leben auf den Kopf gestellt, hinterlässt Spuren in der Gesellschaft. Doch Thoma thematisiert weder Lockdown noch Corona-Regelungen, sondern geht den damit einhergehenden Hoffnungen mit einer poetisch-wissenschaftlichen Akribie auf den Grund. Als Anleitung zum „besseren“ Leben in Saus und Braus, in Luxus und materiellem Überfluss ist das Buch denn auch nicht zu verstehen. Der Autor haut einem keine Weltanschauung um die Ohren, sondern führt die Leserschaft quasi an der Hand auf dem Weg zur Selbstreflexion, zur Erkenntnis, was das Menschsein ausmacht und was daraus gemacht werden kann.

„Ich will niemand überzeugen“, stellt er klar, „ich bin total überzeugt von dem, was ich schreibe – das ist ein Unterschied“. Hans-Jürgen Thoma beschreibt die Intention des Buches so: „Sich mit sich selbst beschäftigen, mit seinen Stärken und Begrenzungen und mit den drei wichtigsten Fragen: Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich? Daraus eigene Erkenntnisse zu gewinnen, ist das Ziel.“ Thoma weiter: „Ohne Klarheit keine Aktivitäten. Ohne Aktivitäten keine Ergebnisse. Ohne die Erfüllung seiner Sehnsüchte keine Lebensbefriedigung.“

Motivator und Mutmacher

Nach dem ersten Drittel des Buches regt er an, selbst aufzuschreiben, warum man tut, was man tut. „Während des Schreibens kommen Gedanken, die sonst in dieser Form so nie kommen können. Überrasche dich selbst!“ Thoma einmal mehr als Motivator, als Mutmacher. So ist das ganze Buch aufgebaut: mit scheinbar einfachen Anregungen, wie das eigene Leben wieder an Einmaligkeit und Authentizität gewinnt. Worauf es wirklich drauf ankommt, und wie es erkannt wird. Natürlich benutzt Thoma alte Weisheiten, zum Beispiel von Platon, Einstein oder Fontane, er muss das Rad nicht neu erfinden. Nur geht er spielerisch damit um. Überrascht mit Vergleichen. Regt zur Beschäftigung mit Fragen wie „Wann hast du zum letzten Mal geweint?“ oder „Wann hast du zum letzten Mal innig geliebt?“ an. Hans-Jürgen Thoma tischt keine leichte Kost auf. Das Buch liest sich vielmehr wie ein Kompass auf einer Karte mit unbekanntem Terrain. Er habe gespürt, sagt er, dass Ziele, Wünsche und Träume zusammengefasst im Wort Sehnsucht eine emotionale Wirkung entfalten. „Ein Verlangen haben“, so wird Sehnsucht übersetzt. Thoma umkreist dieses Verlangen mit vielen Handlungsmöglichkeiten. Zeit spielt dabei keine Rolle. „Du startest nicht in Bruchteilen von Minuten von Null auf Hundert, sondern langsam, Schritt für Schritt“, hält er fest.

Das könnte Sie auch interessieren