Andreas Böhm

Die Haushaltssatzung und der Haushaltsplan mit der Sonderrechnung Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung sowie der Stellen- und Investitionsplan für 2023 sind in trockenen Tüchern. Nach der zweistündigen Vorstellung des Zahlenwerkes durch Kämmerer Roland Frank und dessen Nachfolger Simeon König stimmte der Gemeinderat den Plänen einstimmig zu. Im Vorfeld wurden die Grundzüge des Ergebnishaushaltes in einem Ausschuss bereits besprochen: „Wir haben den Ernst der Lage diskutiert und wie man darauf reagieren kann“, erklärte Kämmerer Roland Frank.

Der Ergebnishaushalt der Gemeinde weist unterm Strich ein veranschlagtes Gesamtergebnis von Minus 150.000 Euro aus. Im Vergleich dazu war im Haushaltplan des letzten Jahres noch ein Minus von 270.000 Euro errechnet worden: „Der Haushalt 2023 ist kein schlechtes Ergebnis. Er hat sich in Maßen entwickelt“, so der Kämmerer.

Neue Hebesätze

In den Haushaltsplan 2023 wurde die vollzogene Erhöhung der Hebesätze bei der Grundsteuer A und B sowie der Gewerbesteuer bereits eingerechnet. Diese Erhöhung beträgt 2,9 Prozent. Die Hebesätze wurden nach Angaben von Roland Frank zuletzt in den 90er Jahren angepasst: „Diese Erhöhung vermeidet Mindererträge“, sagte der Kämmerer. Der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer stieg im Vergleich zum Vorjahr um 140.000 Euro. Im allgemeinen, kommunalen Finanzausgleich (FAG) können die Erträge in 2023 verbessert werden. Der FAG Saldo weist durch Minderausgaben und Mehreinnahmen ein Plus von 942.000 Euro aus.

Durch die Anpassung von verschiedenen Gebühren sollen Mehreinnahmen erzielt werden. In der Summe ergibt das Einnahmen in Höhe von 1,212 Millionen Euro. Hier sind bereits die Gebühren für die Abwasserbeseitigung (472.000 Euro) und die Wasserversorgung (355.000 Euro) eingerechnet.

Die gestiegenen Kosten für Energie machen sich insbesondere beim Betrieb der Eissporthalle und des Hallenbades bemerkbar. Diese für Herrischried wichtige Einrichtung hat in der Gemeinde aber den höchsten Strombedarf. Bei gleichbleibendem Stromverbrauch von 516.000 Kilowattstunden werden für das Jahr 2023 Kosten in Höhe von 252.000 Euro eingeplant. In 2022 waren zum Vergleich Kosten in Höhe von 89.000 Euro veranschlagt.

Als Reaktion auf die Kostenexplosion ist im investiven Bereich die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Eishalle geplant. Außerdem hofft der Kämmerer, dass die angekündigte Strompreisbremse auch auf die Kommune positive Auswirkungen hat: „Wir können hier etwas Boden gutmachen“, so die Meinung von Roland Frank. Im Bereich der Investitionen sind mehrjährige Projekte aufgeführt. Hierzu zählen unter anderem die Projektkosten für den Schulhausneubau und die Sanierung des Bestandsgebäudes sowie der weitere Ausbau des Breitbandnetzes und Investitionen in die Wasserwirtschaft.

Mit Blick auf das Ausscheiden von Kämmerer Roland Frank im Laufe des Jahres bedankte sich Ratsmitglied Uli Gottschalk beim „Meister der Zahlen“ im Herrischrieder Rathaus für die geleistete Arbeit: „Nun geht eine Ära zu Ende, die der Gemeinde gutgetan hat“, würdigte Gottschalk die Leistung des Kämmerers.