Dass der Neubau der Gemeinschaftsschule Hotzenwald bereits jetzt mit Mehrkosten von knapp 197.000 Euro zu Buche schlägt, hat durchaus für Verwunderung gesorgt. Die Gemeinde und die Fachplaner haben die Kosten auf den Prüfstand gestellt. Aber wie setzten sich die Kosten, die sich höher als die Kostenberechnung darstellen, zusammen und wie sind sie zustande gekommen? Bürgermeister Christof Berger betonte auf Nachfrage des SÜDKURIER, dass es zunächst festzuhalten gelte, dass die Kosten sich auf verschiedene Gewerke verteilten und unter der Kostengruppe gemeinsam aufgelistet werden. Weiter seien in den vorgestellten Zahlen Aufträge enthalten, die zwar bereits vergeben aber noch nicht zur Ausführung gelangt sind.

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Die reinen Tief- und Rohbauarbeiten wurden in der Kostenberechnung mit 1.323.199 Euro veranschlagt. Die tatsächliche Auftragsvergabe an die Herrischrieder Firma Josef Berger erfolgte tatsächlich zum Preis von 1.401.726 Euro. „Damit lag der Bauunternehmer mit seinem Angebot um 5,9 Prozent oder 78.527 Euro über dem geschätzten Kostenrahmen“, erklärt Bürgermeister Berger. Eine solche Diskrepanz sei vollkommen normal, zumal der Auftrag im Vergleich zur Kostenschätzung noch erweitert worden sei. Die Kosten wurden somit durch diverse Nachträge, die für den Tief- und Rohbau notwendig wurden und vorher nicht berücksichtigt worden waren, gesteigert.

Diese Kosten ergaben sich im Bereich des Aushubs mit rund 15.000 Euro. Dazu ergab sich im Gegensatz zur ursprünglichen Planung die Notwendigkeit, doch ein Gerüst zu stellen (3498 Euro), Änderungen beim Vordach/Pausenhalle (32.794 Euro) und unter anderem der Anpassung der Fluchtbalkone (65.515 Euro). Allerdings sind in diesem Bereich der Kostengruppe einige Posten unter anderem bei der Beseitigung des Aushubs in der Gesamtsumme von 45.747 Euro weggefallen.

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Ebenfalls von der Firma Josef Berger werden Zimmer- und Holzbauarbeiten ausgeführt. Die Kostenschätzung lag dabei bei 123.278 Euro. Mit einem Angebot von 82.247 Euro lag die Firma damit sogar um ein Drittel unter der Schätzung. Um 72.535 Euro teurer werden die Dachabdichtungsarbeiten (Kostenberechnung 177.015 Euro) da noch zusätzliche Leistungen erbracht werden müssen. Auch die Putzarbeiten kommen laut Angebot um 13.739 Euro teurer als die Kostenberechnung mit 16.220 Euro.

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Auch in den Bereichen, Sanitär, Heizung, Lüftung, Mess-, Steuerungs-, Regelungstechnik, Küchentechnische Anlagen, Aufzug und Zimmer- und Holzbauarbeiten, die von verschiedenen Firmen ausgeführt werden, kam es zu Abweichungen im Vergleich zu den Berechnungen die mit einem geschätzten Volumen von 1,1 Millionen Euro im Plan stehen. Mit einem Plus von 59.000 Euro muss in den Bereichen Sanitär, Heizung, Lüftung, Mess-, Steuerungs-, Regelungstechnik und Küchentechnische Anlagen gerechnet werden. Die Elektroarbeiten wurden allerdings zu einem um 103.328 Euro günstigeren Preis angeboten und auch die Kosten für den Aufzug wurden um 5485 Euro günstiger als geschätzt angeboten.

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Bei der Haustechnik im Bereich Tief- und Rohbau lag das Angebot der Firma Josef Berger mit 63.463 Euro um 40.853 Euro deutlich über der Schätzung von 22.610 Euro. Aber auch diese Steigerung kam laut Bürgermeister Christof Berger zustande, weil diverse Mehrleistungen erbracht werden müssen. In dieser Kostengruppe muss unter dem Strich lediglich mit einem Mehrkostenaufwand von 2180 Euro gerechnet werden. Gesamt ergibt sich damit eine Kostenüberschreitung von 196.955 Euro.

Christof Berger betonte abschließend, dass die genannten Mehrkosten auch in Relation zu dem sehr hohen Gesamtbetrag von rund sechs Millionen Euro zu sehen seien. Zudem wurden im Vorfeld bereits etliche Male der Rotstift an Wünsche und Möglichkeiten angesetzt, um das Projekt auf die noch tragbare finanzielle Ebene zu stellen.

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„Wir haben kein Luftpolster, das Budget ist von Anfang an eng bemessen“, erläutere Berger, er hege aber noch keine Bedenken wegen der Kosten.