Der Herrischrieder Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Aufstellungsbeschluss für das Neubaugebiet „Ackern V“ mit örtlichen Bauvorschriften gefasst sowie den vorliegenden Entwurf und die entsprechende Bürger- und Behördenbeteiligung gebilligt. Der Flächennutzungsplan wird fortgeschrieben. In der Sitzung stellte Christian Sammel von der Firma FSP Stadtplanung den Gestaltungsplan für das neue Baugebiet im Detail vor.

Planungsziele sind die Bereitstellung von Wohnbauland aufgrund einer anhaltend hohen Nachfrage durch einheimische, junge Familien. Eine geordnete städtebauliche Entwicklung und die Schaffung kompakter Siedlungsstrukturen sollen im Vordergrund stehen. Nach Sammels Ausführungen soll die Grundstücksgröße in dem Baugebiet flexibel bleiben.

Offen für Änderungen

Änderungen des in drei Teile gegliederten Bebauungsplans könnten noch eingearbeitet werden. Als Ausschlüsse sind in dem Plan Anlagen für Verwaltungen, Gartenbaubetriebe und Tankstellen definiert. Bürgermeister Christian Dröse fragte an, ob der Bau einer Stromtankstelle möglich sei, um sich für die Zukunft nichts zu verbauen. Hier soll nachgefragt werden. Die Traufhöhe der Bebauung und die Bauweise sollen entsprechend an das Gelände angepasst werden.

Umweltbelange

Den Umweltbericht und die nötigen Ausgleichsmaßnahmen stellte Georg Kunz vom Büro Kunz Gala Plan dem Gremium vor. In dem neuen Baugebiet liegen dem Bericht zufolge keine Schutzgebiete oder Biotope, wohl aber mehrere FFH-Mähwiesen. Für diese Mähwiesen sei ein gleichartiger Ersatz erforderlich, erklärte der Fachmann. „Jedoch sind im Planungsgebiet selbst nur wenige Ausgleichslösungen machbar“, stellte Kunz fest. Als externen Ausgleich führte er die Entwicklung und Pflege von Berg-Mähwiesen an. Im Rahmen des Alt- und Totholzkonzeptes sei die Ausweisung von Waldrefugien möglich, um Ökopunkte ausgleichen zu können.

Die Dächer

Für Diskussionen im Gemeinderat sorgte die in dem Bericht festgesetzte extensive Begrünung von Dächern auf Nebenanlagen. Freie-Wähler-Gemeinderat Manfred Krüger lehnte diese Pflicht ab. „Die Bauherren sind schon geplagt genug“, befand er. Annekatrin Mickel von den Grünen würde sich hier hingegen mehr Mut wünschen. Das könne als Aushängeschild für den Naturpark gesehen werden.

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Auch das Vorschreiben der Dacheindeckung sahen einige Gemeinderäte eher kritisch. Bei der abschließenden Abstimmung wurde die Dachbegrünung lediglich empfohlen, aber nicht vorgeschrieben. Die Eindeckung von Dächern mit Blech soll zugelassen werden, wenn flächendeckend eine Photovoltaikanlage angebracht wird.