Der Holzmarkt ist durch Corona, Sturm- und Käferholz eingebrochen und nahezu zu einer „Nullnummer“ geworden. Eine Aufarbeitung ist meist nicht kostendeckend möglich, aber dennoch teilweise notwendig, um der weiteren Ausbreitung des Borkenkäfers zu begegnen.

Anträge ab August möglich

Die gute Nachricht ist, dass auch für 2020 die Waldbesitzer für die Aufarbeitung und die waldschutzwirksame Bearbeitung von Schadholz auf eine Aufarbeitungshilfe von 5 Euro pro Festmeter Schadholz, auch für die Verarbeitung zu Brennholz, rechnen können, wie die für Herrischried zuständige Forstrevierleiterin Franziska Gottstein den Herrsichrieder Gemeinderäten in ihrer Sitzung am Montagabend berichtete. Diese Aufarbeitungshilfe kann auch für den Gemeindewald in Anspruch genommen werden. Allerdings werden die Anträge erst ab August im Internet zur Verfügung stehen. Franziska Gottstein betonte jedoch, dass bereits schon jetzt mit der Aufarbeitung begonnen werden kann.

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Nach einer Prioritätenliste, die Franziska Gottstein vorstellte, steht an erster Stelle die Herstellung der Verkehrssicherung und der Arbeitssicherheit. Sturmholz soll, laut Platz zwei der Liste, nur bis zum Ausflug der ersten Käfergeneration geschlagen werden. Altes stehendes Käferholz könne noch stehen bleiben, vorausgesetzt es ist nicht verkehrsgefährdend, da der Käfer bereits ausgeflogen sei, berichtete die Fachfrau.

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Die Aufarbeitung von frischem Käferholz auf vitalen Standorten sollte laut Platz drei in großen zusammenhängenden Fichtenbeständen nur dann erfolgen, wenn der Käfer sicher noch nicht ausgeflogen ist. Nur im Einzelfall sollten Maßnahmen für frisches Käferholz auf Risiko-Standorten durchgeführt werden und erst nachdem der Holzabsatz gesichert ist, eine Absprache mit dem Forstamt ist entsprechend der vierten Priorität erforderlich.

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Altes Käfer- und Totholz bildet kein Forstschutzrisiko. Es besteht keine Dringlichkeit der Aufarbeitung, da der Käfer bereits ausgeflogen ist und sich kein Wertverlust ergibt, so die Erklärung zum fünften Listenplatz. Wenn eine Aufarbeitung erfolgt, dann nur für den Eigenverbrauch oder eine thermische Verwertung.

Auf die Frage von Gemeinderat Michael Arzner (FW) nach einer Schaffung von einem Trockenlager erläuterte Gottstein, dass für Herrischried weder ein Trocken- noch ein Nasslager geplant sei. Eine Anlegung sei schwierig, dass es dazu eine Baugenehmigung bedürfe. Markus Rothmund vom Kreisforstamt berichtete, dass der Wald sich im Umbruch befinde. Der Weg weise weg von der Fichte hin zu Weißtanne und Buche. Weiter berichtete er über die seit Anfang des Jahres geltende neue Struktur des Kreisforstamtes, welches nun die Betreuung der Kommunal- und Privatwälder übernommen hat.

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