Nach seinem Sieg am Sonntag bei der Herrischrieder Bürgermeisterwahl wurde es eine kurze Nacht für Christian Dröse. Nachdem die Gäste in der Eissporthalle das von ihm spendierte Freibier getrunken hatten und nach Hause gegangen waren, feierte Dröse zusammen mit seiner Frau und Freunden den Wahlsieg noch bis 2 Uhr morgens daheim in Obergebisbach. Um 9.19 Uhr ging der Alarmmelder herunter. Auf der L 152 blockierte auf Höhe der Schlagsäge ein Baum die Fahrbahn und der Feuerwehrkommandant musste ausrücken – Wahlsieg hin oder her.

Bild: Südkurier

„Ich habe immer gesagt, dass ich auch als Bürgermeister der Feuerwehr treu bleiben werde“, erklärt wenige Stunden nach dem Einsatz Dröse im Gespräch mit unserer Zeitung. Den Kommandantenposten wird er aber abgeben, das war schon vor der Wahl ausgemacht. Der 41-Jährige sitzt im Büro seiner Brandschutzfirma in Niedergebisbach. Auf dem Schreibtisch liegt die Annahmeerklärung zu seiner Wahl, die er eben unterschrieben hat. Vier Wochen hat Dröse nun Zeit, den Übergang von seinem bisherigen beruflichen Leben in der Privatwirtschaft in öffentliches Wahlamt zu regeln, am 1. September wird der als Bürgermeister ernannt.

Die Brandschutzfirma wird seine Frau Sabine künftig leiten. „Da waren wir schon die vergangenen Monate dran, aber jetzt wird es konkret und wir geben Vollgas“, sagt Dröse. Er ist außerdem beim Zürcher IT-Unternehmen Entago als SAP-Berater angestellt. Hier wird er jetzt kündigen. „Meine Vorgesetzten waren bereits seit Februar über meine Kandidatur informiert.“ In den nächsten Wochen will er die Betreuung seiner bisherigen Kunden an Kollegen übergeben. Bis 19. August muss Dröse das erledigt haben. Denn dann geht es zusammen mit Frau Sabine und den Söhnen Fabian und Felix nach Schleswig-Holstein. „Da wird durchgeschnauft. Wir fahren zu meinem Großvater.“ Nach der Rückkehr Ende August heißt es dann Auspacken, Wäschewaschen, Amtsantritt.

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Vorher will sich Dröse mit dem amtierenden Bürgermeister treffen, um sich von ihm in die laufenden Geschäfte einweihen zu lassen. „Wir finden sicherlich irgendwann noch drei oder vier Tage, an denen ich ihm zeigen kann, wo was ist, und wer was macht. Um alles zu lernen, braucht man aber Jahre“, sagt Berger dazu im Telefongespräch mit unserer Zeitung. Er selbst wird noch bis zum 31. August die Geschäfte im Rathaus leiten. „Danach habe ich dann lange genug frei.“

Dröse jedenfalls freut sich auf seine neuen Aufgaben: „Es ist toll, ein Ziel erreicht zu haben, auf das man so lange hingearbeitet hat.“ Als Vorteil sieht er an, dass er die Gemeinde und deren Mitarbeiter bereits gut kenne. Weiteres Rüstzeug will sich Dröse auf Seminaren aneignen. Diese werden speziell für neugewählte Bürgermeister beispielsweise vom Kehler Institut für Fort- und Weiterbildung oder auch von politischen Stiftungen angeboten. Vor einer großen zeitlichen Belastung ist Dröse nicht bange: „Als Selbständiger und Feuerwehrkommandant habe ich schon jetzt einen vollen Terminkalender. Daran wird sich nichts ändern, nur sind es jetzt eben andere Termine.“

Möglichst bald nach seinem Amtsantritt will sich Dröse auf jeden Fall mit allen treffen, die für die Gemeinde auf dem Rathaus, im Bauhof oder an anderer Stelle arbeiten: „Ein Einstand ist schließlich in jeder Firma üblich.“

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