Herrischried – Jetzt wird‘s bunt – im Jahr 2013 hat der Naturpark Südschwarzwald die Kampagne „Blühender Naturpark“ gestartet mit dem Ziel, Gemeinden und Landschaft bunter und artenreicher zu gestalten. Als Kooperationspartner ist nun auch die Gemeinde Herrischried im Boot, am Mittwoch unterzeichneten Bürgermeister Christian Dröse und der Geschäftsführer des Naturparks Südschwarzwald Roland Schöttle die Kooperationsvereinbarung „Blühendes Herrischried“.

Seit vielen Jahren ist ein starker Insektenrückgang zu verzeichnen, nannte Schöttle als Grund für die Initiative des Naturparks. Bedingt sei der Rückgang durch die Lebensweise der Menschen mit zunehmender Flächennutzung mit Flächenversiegelung, aber auch durch Veränderungen in Land- und Forstwirtschaft wie der vermehrte Einsatz von Pestiziden und Herbiziden, einhergehend mit zurückgehender Biodiversität. Wichtig sind die Insekten, unter ihnen die rund 500 Bienenarten, durch ihre Bestäubungsleistung, 80 Prozent der Pflanzen seien von der Bestäubung abhängig, so Schöttle. Und ohne Bestäubung geht nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch der Ertrag der Nutzpflanzen zurück. Ein Weiteres: Insekten sind ein wichtiges Glied in der Nahrungskette.

Mit der Kampagne „Blühender Naturpark“ will man gemeinsam mit Städten und Gemeinden, Landwirten, Privaten und Unternehmen mit ihren Betriebsflächen zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen, „jeder kann etwas tun“, sagte Schöttle. Die Anlegung von Blühwiesen spielt dabei ein große Rolle. Mit im Boot ist nun auch die Gemeinde Herrischried. „Heute ist der Startschuss“, erklärt Bürgermeister Christian Dröse bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Aber in der Gemeinde hat man schon zuvor begonnen, Blühwiesen anzulegen, am Klausenhof, an der Schule und am Stehlesee. „Wir wollen ein Vorbild sei, privat und als Gemeinde“, so der Rathauschef.

Im Obergeschoss des Wagenschopfes des Klausenhofes wurde eine Ausstellung mit Informationstafeln zum Thema eröffnet. Es stehen Flyer zur Verfügung, unter anderem mit einer Anleitung zum Anlegen von Wildblumenwiesen, Tüten mit Saatgut kann jeder mitnehmen. Für Kinder gibt es Fibeln zu Insekten und Blühpflanzen, wichtig sei, schon bei den Kinder anzufangen, so Schöttle. Daher soll es Aktionen in der Naturparkschule geben. Mitarbeiter des Naturparks stehen Interessierten – Privaten, aber auch Unternehmen, die ihr Firmengelände naturnah gestalten wollen – beratend zur Seite. Von der Kooperation erhofft sich Bürgermeister Dröse viele Ideen und den Aufbau eines Netzwerks. „Wir sind am Anfang, etwas Tolles zu entwickeln und müssen dran bleiben“.