„Sag mal, liegt dort ein richtiger Mensch im Bett?“ Das fragt eine Freu im Publikum ihren Begleiter. Der Herrischrieder Pfarrsaal war voll besetzt und alle Blicke waren auf das große stark gepolsterte Bett gerichtet – dick eingepackt liegt da jemand und nur sein kalkweißes Gesicht ist zu sehen. Bald stellt sich heraus: Der reiche Erbonkel Heinrich ist gestorben. Die Verwandtschaft hat sich hellauf erregt um sein Bett versammelt und ist verstört, denn nun geht es um das Testament. Wild wird gesucht und aufgeregt wird alles auf den Kopf gestellt, bis die Papiere gefunden sind – die Verwandtschaft freut sich erst einmal.

Mit diesem Intro zum Einakter „Familienbande“ zogen die Schauspieler der Theaterfreunde Dachsberg ihr Publikum in den Bann des Schelmenstücks um Habgier, Intrigen, einen bauernschlauen Wohltäter und Liebe. Vorbild ist für Autorin Karin Steinebrunner, unter deren Gesamtleitung dieser Abend stand, die Oper „Gianni Schicchi“ von Giacomo Puccini. Die Ideen für ihre Stücke finde die Kulturschaffende in Literatur und Musik. „Dort finde ich meine Inspiration, auch für die Ausgestaltung der Aufführungen, in denen die Musik das Spiel atmosphärisch untermalt“, sagt sie. Zur großen Freude des Publikums spielte die Fagottistin Angela Gladstone ihre musikalischen Kommentare zum Geschehen auf der Bühne mit einem Trauermarsch, Stücken aus den Opern „Till Eulenspiegel“ und „Gianni Schicchi“.

Die Spannung stieg, denn Heinrich bedenkt in seinem Testament das Kloster und nicht die Verwandten. Was folgt ist turbulent – Ernst, ein schlauer Freund, wird gefunden, und weiß einen Ausweg: Der Tote wird versteckt, Ernst diktiert als Heinrich verkleidet dem Notar ein neues Testament und die Verwandtschaft muss zusehen, wie das Vermögen in Ernsts Sinne neu verteilt wird und das Liebespaar Laura und Richard zueinander finden kann. Mitreißend inszeniert und durchgetaktet mit turbulenten Details hat sich die Spielfreude der Schauspieler auf das begeisterte Publikum übertragen.

Die Theaterfreunde Dachsberg seien seit der Auflösung des Theatervereins Mutabor eingebunden in den Verein Aktiver Hotzenwald, sagt Steinebrunner. So werden auch weiterhin Theateraufführungen stattfinden. Ein neues Projekt soll im kommenden Jahr in Urberg aufgeführt werden.