Spektakuläre Bilder lieferten jüngst die Black Forest Wolves, die Ice-Freestyler, die ihre Heimat in der Eishalle in Herrischried haben, beim ersten gemeinsamen Sommertraining. Hubert Matt, Eismeister der Eishalle, kümmert sich seit einigen Jahren um die junge Truppe, die nicht als Verein, sondern lose organisiert ist. Matt erklärt, dass es auch jemanden bräuchte, der als Erwachsener ein Auge darauf hat, Verantwortung übernimmt und organisiert.

Beim Training geht es locker zu. Sie seien halt Individualisten, so Matt und würden voneinander lernen. Die Älteren würden den Jüngeren Tricks zeigen und bei der Ausführung helfen. Inspiration erhalten die Freestyler aber auch online, auf Videokanälen. Dort schauen sie sich Bewegungen und Figuren an und kopieren diese.

Maximilian Patzak vom Dachsberg ist einer der älteren und erfahrenen Freestyler. Wie er kommen viele Mitglieder nicht direkt aus Herrischried. Die Black Forest Wolves wohnen von St. Blasien bis Wutösching.
Maximilian Patzak vom Dachsberg ist einer der älteren und erfahrenen Freestyler. Wie er kommen viele Mitglieder nicht direkt aus Herrischried. Die Black Forest Wolves wohnen von St. Blasien bis Wutösching. | Bild: Peter Koch

Fortgeschrittene denken sich dann auch eigene Figuren oder Schrittfolgen aus. So hat Trainer Raphael Thoma eher unterstützende und überwachende Funktion. Er gibt Tipps, wo einer nicht weiterkommt. Zeigt Übungen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, hilft auf dem Weg dahin und delegiert auch schon mal Aufwärmübungen und einzelne Trainingsinhalte an die erfahrenen Sportler.

Nur die Fingerspitzen berühren noch den Boden. Einhändiger Radschlag gehört zum Repertoire beim Freestyle.
Nur die Fingerspitzen berühren noch den Boden. Einhändiger Radschlag gehört zum Repertoire beim Freestyle. | Bild: Peter Koch

Freestyle ist nicht starr, sondern frei, wie es der englische Begriff auch ausdrückt. Daher gibt es auch bei den Jugendlichen sehr unterschiedliche Herangehensweisen. Einige haben Spaß an schnellen Schrittfolgen, coolen moves und Musik und sind daher tänzerisch unterwegs, anderen hingegen liegt mehr das Akrobatische mit spektakulären Sprüngen.

Tim Schwald macht das Rad auch ohne Hände. Herrischrieder kennen Tim auch von seinen Trainingseinheiten am Le Castellet Platz, wo er Handstand und Parcourelement auf den dortigen Steinblöcken übt.
Tim Schwald macht das Rad auch ohne Hände. Herrischrieder kennen Tim auch von seinen Trainingseinheiten am Le Castellet Platz, wo er Handstand und Parcourelement auf den dortigen Steinblöcken übt. | Bild: Peter Koch

Die ursprüngliche Truppe der Black Forest Wolves besteht aus vier erfahrenen Freestylern. Seit letztem Jahr gibt es aber auch ein Nachwuchsteam, das aus aktuell zwölf Sportlern besteht. Im letzten Winter hätte dieses Nachwuchsteam eigentlich noch einige Wettbewerbe und Auftritte bestreiten sollen. Da diese jedoch unter anderem wegen der Corona-Pandemie ausfielen, war erst mal „Schicht im Schacht“.

Haben beobachtende Funktion und leisten zusätzliche Hilfestellung beim Training. Die Betreuer der Ice-Freestyler Black Forest Wolves, Hubert Matt und Trainer Raphael Thoma (von links).
Haben beobachtende Funktion und leisten zusätzliche Hilfestellung beim Training. Die Betreuer der Ice-Freestyler Black Forest Wolves, Hubert Matt und Trainer Raphael Thoma (von links). | Bild: Peter Koch

So freuten sich am Freitag alle über das erste Wiedersehen und Training. Nun arbeiten sie noch härter an der Vorbereitung auf die kommende Saison. Dinge, die für Normalsterbliche eher nicht machbar sind, sind hier Standard. Salto, Handstand und andere Tricks gehören zu den üblichen Fähigkeiten und das auf Schlittschuhen, auch im Sommer auf der grünen Wiese.

Wer Freestyler werden möchte, der muss zunächst sehr gut Schlittschuh laufen können. Zur Aufnahme in die Freestyler-Truppe muss in der Eishalle vorgelaufen und bei einem Probetraining Talent bewiesen werden.