Ein Haus mit Geschichte sucht neuen Eigentümer. Der Rohrmooshof am Ortsrand von Obergebisbach steht zum Verkauf. Im Jahr 1828 wurde das Haus erbaut, das im Laufe der Jahre für die Gemeinde Hornberg sowohl Schulhaus, als auch Rathaus und Feuerwehrhaus war. Noch heute hängt neben der Haustür die Tafel der Hornberger Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918.

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Viele Hornberger können sich noch an ihre Schulzeit dort erinnern. So auch Irmgard Schäuble (72 Jahre, geb. Hottinger) aus Hornberg, sie ging ab 1954 in die Hornberger Volksschule. Schäuble erzählt, dass in der Garage des Hauses das Feuerwehrauto der Gemeinde gestanden und es dort auch regelmäßig Übungen gegeben habe.

Neben dem Eingang des alten Schulhauses ist heute noch die Tafel mit den Kriegsteilnehmern des Ersten Weltkrieges zu sehen.
Neben dem Eingang des alten Schulhauses ist heute noch die Tafel mit den Kriegsteilnehmern des Ersten Weltkrieges zu sehen. | Bild: Peter Koch

Die Kinder der Gemeinde, die aus den Ortschaften Obergebisbach, Hornberg und Atdorf bestand, seien gemeinsam im einzigen Klassenraum unterrichtet worden, von der 1. bis zur 8. Klasse. Die Namen dreier Lehrer sind ihr aus dieser Zeit noch im Gedächtnis geblieben, Herr Ress vom Bodensee, Herr Bergmann aus der Nähe von Stockach und Helmut Eschbach, der heute in Niederhof lebt.

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Helmut Eschbach, der dieses Jahr seinen 86. Geburtstag feiert, erinnert sich gut an seine Zeit als Lehrer in Hornberg und an seine Schüler. Um die 30 Schüler hatte Eschbach zu betreuen. „Damals hat man einen Schüler die gesamte Schullaufbahn begleitet, das war anders als heute“, erläutert er. 1960 bis 1968 war er dort angestellt und bewohnte wie alle Lehrer die Lehrerwohnung im Obergeschoss des Hauses. Im Erdgeschoss gab es neben dem Klassenraum auch das Amtszimmer des Bürgermeisters. Einer der Bürgermeister war der bekannte „Hotzenvater“ Gustav Huber. Er war Gründer der Trachtengruppe Alt Hotzenwald und Gründer des Gasthauses „Jägerstüble“. Auf ihn folgte dann sein Sohn Hugo Huber, der ebenfalls das Amtszimmer im heutigen Rohrmooshof nutzte.

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1968 kam dann die Schulreform und aus den Dorf- und Volksschulen wurden die Grund- und Hauptschulen. So kam es, dass ab diesem Jahr nur noch die Grundschüler die Hornberger Schule besuchten. 1972 wurde die Schule dann geschlossen. Kurz darauf, im Jahre 1974, wurde Hornberg nach Herrischried eingemeindet und so verlor sich auch noch die Nutzung als Rathaus. Das ansehnliche Anwesen von Gebäude und 18000 Quadratmetern Grundstück wurde nicht mehr gebraucht und daher in den 1980er Jahren verkauft und zu einem Wohnhaus umgebaut.

So bleibt Hugo Huber als letzter Bürgermeister der kleinen Gemeinde in Erinnerung.

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