Rot, glänzend und ausgestattet mit moderner Technik, steht seit wenigen Wochen das neue Einsatzfahrzeug der Herrischrieder Feuerwehr im Depot in Hogschür. Es ist für den Ernstfall bestens gerüstet und der ganze Stolz der aktiven Kameraden um den Abteilungskommandanten Michael Dröse. Das alte LF 8 Löschfahrzeug aus dem Jahr 1974 hat derweil ausgedient.

Noch musste das neue Fahrzeug nicht zu einem Ernstfall ausrücken. Die Kameraden der Abteilung haben jedoch die Zeit seit Mitte November genutzt und in Proben das Fahrzeug und seine Möglichkeiten intensiv kennengelernt. „Für den Ernstfall ist es wichtig, dass jeder Handgriff sitzt“, betont Dröse, denn im Vergleich zum alten Fahrzeug sind, neben der Standartausrüstung, sehr viel mehr Materialen im Fahrzeug untergebracht, die zudem durch weiteres sinnvolles Zubehör wie beispielsweise einen Ventilator, der eingesetzt wird, um verqualmte Räume oder Häuser rauchfrei zu machen, ergänzt wurden.

Der Hogschürer Abteilungskommandant Michael Dröse vor dem neuen Einsatzfahrzeug.
Der Hogschürer Abteilungskommandant Michael Dröse vor dem neuen Einsatzfahrzeug. | Bild: Charlotte Fröse

Der Abteilungskommandant ist wie seine Kameraden begeistert vom neuen Fahrzeug, er berichtet: „Wir sind jetzt schneller unterwegs, dank Allradantrieb mobiler im Gelände und durch die moderne Ausstattung für den Ernstfall sehr viel besser gerüstet.“

Michael Dröse ist 64 Jahre alt und gebürtiger Hogschürer. Seit 50 Jahren ist er bei der Feuerwehr und davon 15 Jahre Abteilungskommandant in Hogschür. Er hat in seiner Zeit als aktiver Feuerwehrmann schon etliche Einsätze gemeistert. Viel erlebt hat er aber auch mit dem in die Jahre gekommenen alten LF 8 Löschfahrzeug, das vom Fahrer ein sehr feines Gespür verlangte, damit es nicht unvermittelt mitten auf der Strecke stehen blieb, wie Dröse erzählt. In der PS-Leistung unterscheidet sich das neue Fahrzeug mit seinen 290 PS zudem deutlich vom bisherigen Fahrzeug, das mit 90 PS auskommen musste und eher gemächlich unterwegs war.

In Hogschür ist das neue Fahrzeug stationiert. Allerdings ist es ein wichtiger Baustein in der Flotte der Gesamtfeuerwehr Herrischried, betont Michael Dröse. Hogschür wurde als Standort auch wegen der Einhaltung der Hilfsfrist ausgewählt, denn das Herrischrieder Gemeindegebiet ist weitläufig. Damit das neue Fahrzeug in die Garage vom örtlichen Feuerwehrgerätehaus passt, es ist deutlich größer als das alte Einsatzfahrzeug, mussten Umbaumaßnahmen vorgenommen werden. Das Tor zur Gerätehalle musste vergrößert, ein neues Rolltor eingebaut und ein Durchbruch in den Nebenraum, der nun als Umkleidebereich dient, gesägt werden. Zudem wurde eine neue Strom- und Pressluftversorgung eingerichtet. Damit es die Atemschutzträger, in der Abteilung gibt es vier Kameraden und eine Kameradin die dafür ausgebildet sind, leichter haben, gab es einen finanziellen Zuschuss vom Feuerwehr-Förderverein. Damit konnten statt der schweren Stahlflaschen für die Atemluft leichtere sogenannte CFK-Atemluftflaschen angeschafft werden.

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Ende 2018 wurde vom Gemeinderat beschlossen ein neues Löschfahrzeug anzuschaffen. Nachdem 2019 der positive Zuschussbescheid des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 92.000 Euro eintraf und eine Ausschreibung stattfand, entschied der Gemeinderat im April letzten Jahres, einstimmig, das neue Löschfahrzeug für rund 274.899 Euro anzuschaffen. Mitte November konnte das neue Fahrzeug mit dem Serienaufbau „EC-Linie“ im Magirus Werk in Ulm abgeholt werden. In Hogschür wurde das bestens ausgestattete Mehrzweckfahrzeug mit großer Freude empfangen. Die Fahrzeugweihe soll am 8. Dezember um 19 Uhr in Herrischried vor der Kirche erfolgen. Das alte LF 8 hat derweil ausgedient. Alle feuerwehrtechnischen Dinge werden ausgebaut und das Fahrzeug soll danach in einer Zollaktion versteigert werden.