Das Thema Abwasser in Wehrhalden ist keine leichte Angelegenheit. Immer wieder in den vergangenen Jahren wurde über die Abwasserkonzeption Wehrhalden im Gemeinderat berichtet und beraten. Jetzt scheint das Projekt konkrete Formen anzunehmen. Vor allem stellte sich die Frage eigene Technik oder Abhängigkeit.

Der Gemeindetat votierte mit den Gegenstimmen der CDU-Gemeinderätinnen Katja Hauber und Nicole Allgaier sowie der Stimmenthaltung von Martin Booz (CDU) für eine langjährige Abhängigkeit. Die gewählte Variante, sieht eine Ableitung in die Kläranlage der Gemeinde Todtmoos nach Todtmoos-Au vor.

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Für eine Entscheidung war es höchste Zeit, denn die Wehrhalder Kläranlage ist in die Jahre gekommen und muss dringend stillgelegt werden. Eile ist zudem geboten, denn bis zum 1. Oktober muss der Antrag auf Förderung gestellt werden, wie Bürgermeister Christian Dröse in der Gemeinderatsitzung am Montagabend eindringlich anmahnte. Wenn die Frist verstreicht, muss ein weiteres Jahr gewartet werden, ehe ein neuer Antrag gestellt werden kann. Es können Fördermittel von 32 Prozent der Investitionskosten gewährt werden.

Ralf Mühlhaupt vom Ingenieurbüro Tillig legte den Gemeinderäten vier Varianten für die zukünftige Abwasserbeseitigung vor. Mit der angenommenen Variante geht Herrischried in eine Abhängigkeit mit der Gemeinde Todtmoos. Diese verlangt aktuell 3,64 Euro für einen Kubikmeter eingeleitetes Abwasser. Dafür muss Herrischried aber auch keine teure Technik vorhalten.

Abwasserkonzeption

Eine weitere Forderung von Todtmoos ist, dass Herrischried einen neuen Messschacht auf der Gemarkungsgrenze Wehrhalden/Todtmoos bauen muss, um die tatsächliche Einleitung zu messen. Ein vor kurzem neu gebauter Messschacht der von Herrischried für knapp 100.000 Euro bei der derzeitigen Kläranlage in Wehrhalden gebaut wurde, wird von Todtmoos nicht akzeptiert, wie Bürgermeister Dröse bedauernd feststellte.

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Die drei weiter vorgestellten Varianten sahen vor, dass die Abwässer nicht in einen Freispiegelkanal nach Todtmoos abgeleitet würden, sondern über eine Druckleitung mittels Pumpen zunächst nach oben und dann in die eigene zentrale Kläranlage Murgtal abgeleitet würden. Dazu müsste untere anderem am jetzigen Standort der Kläranlage ein Pumpwerk mit Rückhaltebecken gebaut werden. Probleme sah Mühlhaupt in der Anfälligkeit und in den hohen Folgekosten für die Technik und der Aufnahmekapazität der bereits schon jetzt an ihren Grenzen angelangten Kläranlage Murgtal.

Eine Schwachstelle in Wehrhalden ist die Fremdwasserproblematik, welche die Kläranlage zusätzlich belastet. Mühlhaupt legte dar, dass bei Untersuchungen festgestellt wurde, dass der Hauptteil des Fremdwassers von Schäden an einem Sammler oberhalb der Kläranlage stammt. Egal welche Variante der Abwasserbeseitigung realisiert wird, müssten diese Schäden behoben werden, um das Fremdwasser deutlich zu verringern, mahnte der Fachmann.