Zum Jahreswechsel haben wir den Bürgermeistern von Laufenburg, Murg, Görwihl, Rickenbach, Herrischried und Todtmoos zehn teils persönliche, teils die Gemeinde betreffenden Fragen zukommen lassen. Hier veröffentlichen wir die Antworten des Herrischrieder Bürgermeisters Christian Dröse.

Sind Sie froh, dass 2020 vorüber ist?
Nun, eigentlich war für mich persönlich das Jahr 2020 nicht das Schlechteste. Immerhin wurde ich am 2. August 2020 zum neuen Bürgermeister unserer Gemeinde Herrischried gewählt. Weiterhin kann ich sagen, dass meine Familie und ich gesund geblieben sind, somit ist auch das nicht schlecht. Und, wir leben nun seit 75 Jahren in Frieden in Deutschland, was jetzt auch nicht das Schlechteste ist. Mit Hinblick auf die Corona-Pandemie bin ich froh, dass Ende des Jahres der Impfstoff gefunden wurde und nun ein Silberstreifen am Horizont auftaucht, der uns wieder Hoffnung macht auf ein normales Leben wie vor Corona.

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Was hat Sie vergangenes Jahr besonders gefreut?
Ganz klar, dass die Mehrheit der Herrischrieder Wähler mich zum neuen Bürgermeister gewählt hat. Und der damit verbunden gute Start in das Amt, seit dem 1. September. Überall wurde ich herzlich aufgenommen. Sei es im Rathaus Team, bei allen anderen Mitarbeitern, im Gemeinderat oder bei den Bürgermeisterkollegen. Und natürlich auch bei der Bevölkerung. Ich kann aus meiner Sicht sagen, ein wirklich guter Start. Aber auch wie schon in der Eingangsfrage gesagt, dass mein Umfeld und ich gesund geblieben sind und wir vor größeren Katastrophen (Corona jetzt mal ausgenommen) wie Umwelteinflüsse oder Ähnliches verschont geblieben sind.

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Was war für Sie besonders unerfreulich?
Unerfreulich, mühsam und kräftezehrend war schon die Verschiebung der Bürgermeisterwahl aufgrund der Corona-Pandemie. Der Wahlkampf dauerte ja immerhin von Anfang Februar bis Anfang August, also knapp sechs Monate. Aber ich kann vermutlich auch sagen, dass ich mit den längsten Bürgermeisterwahlkampf hatte.

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Welches ist das wichtigste Projekt, das vergangenes Jahr in Ihrer Gemeinde verwirklicht wurde?
Wenn man die Bürgermeisterwahl als Projekt ansieht, dann sicherlich der Wechsel des Bürgermeisters. Der Schulhausneubau ist ja noch nicht abgeschlossen, aber ich glaube man kann ihn schon in diese Kategorie der verwirklichten Projekte mit aufnehmen. Wichtig hierbei ist, dass wir kostenmäßig zurzeit einigermaßen im Plan liegen und vor allem, dass uns das Regierungspräsidium einen terminlichen Aufschub zur Fertigstellung gegeben hat.

Was ist die wichtigste Sache, die liegenblieb?
Das ist natürlich, nach vier Monaten Amtszeit, nicht ganz einfach zu sagen. Ich denke, ich konnte die meisten Aufgaben, die auf meinem Tisch angekommen sind, zumindest beginnen oder im besten Fall sogar abschließen. Aber eine Sache fällt mir noch ein. Ich habe es bisher nicht geschafft, die ganzen privaten Bilder des Jahres 2020 in ein Fotoalbum zu packen, da muss ich unbedingt ran, sonst bleibt es noch länger liegen.

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Warum könnte 2021 ein besseres Jahr für Ihre Gemeinde werden als 2020?
Weil wir uns verschiedenen, wichtigen Zukunftsthemen widmen werden. Wir werden gleich zu Beginn des neuen Jahres mit dem Gemeinderat zusammen anfangen, die Bebauungspläne für das Neubau- und das Gewerbegebiet auf den Weg zu bringen. Weiter planen wir zum Beispiel auf die zentrale Kläranlage Murgtal eine Photovoltaikanlage zu installieren. Wir haben dort einen enormen Stromverbrauch, wovon wir durch die neue Photovoltaikanlage einen Großteil selbst produzieren können. Und eine weitere Sache wird sein, dass wir im 1. Halbjahr vermutlich für die Abteilung Hogschür ein neues Feuerwehrfahrzeug erhalten werden. Hier wird es eine deutliche Verbesserung für die Einsatzabteilung Hogschür geben und auch ein Stück mehr Sicherheit für die gesamte Gemeinde.

Was wünschen Sie sich 2021 als Bürgermeister für Ihre Gemeinde?
Das wir alle angedachten großen, wie auch kleine Projekte gut voranbringen können. Weiter liegt es mir am Herzen, dass wir weiterhin ein so gutes Miteinander haben werden, welches mir in den ersten Monaten meiner Amtszeit entgegengebracht wurde. Das Amt bereitet mir wirklich außerordentliche Freude. Ich habe wirklich tolle und motivierte Mitarbeiter in allen Bereichen. Sei es in der Verwaltung selbst oder in allen Außenstellen. Auch die Arbeit im Gemeinderat macht wirklich richtig viel Spaß. Und dann sind da die vielen Gespräche mit der Bevölkerung. Überall finden sich nette Leute. Viele von Ihnen wollen auch für unser Herrischried etwas bewegen (in den verschiedensten Bereichen). Leider wird vieles durch Corona ausgebremst. Aber ich wünsche mir, dass dies 2021 dann wieder besser wird.

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Was wünschen Sie sich 2021 persönlich?
Gesundheit und Frieden. Und natürlich, dass wir bald durch die Corona-Pandemie durch sind und wieder in ein einigermaßen normales Leben zurückkehren können. Wobei ich hier schon auch sagen muss, dass die viele Zeit zu Hause mit der Familie auch nicht so schlecht war. Ich bin ja seit nun über 15 Jahren Kommandant unserer Feuerwehr Herrischried und auch sonst ehrenamtlich tätig. Da war es normal, dass man viele Abende weg ist. Die Entschleunigung, die Cornona mit sich gebracht hat, war jetzt nicht unbedingt das Schlechteste in dieser Zeit. Und ich hoffe sehr, dass ein wenig dieser Entschleunigung für uns alle bleibt. Aber natürlich freue ich mich auch wieder auf die Vereinsfeste, wo man Leuten begegnet und sich mit ihnen austauschen kann.

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Wenn Ihre Gemeinde einen Sechser mit Superzahl im Lotto hätte, was sollte sie mit dem Geld tun?
Na, da gäbe es doch einige Projekte, die wir angehen könnten. Aber zunächst mal wären wir in der glücklichen Lage, dass wir die Kredite, die wir vermutlich in den kommenden drei Jahren für die anstehenden Projekte brauchen, nicht aufnehmen müssten. Ja und dann gibt es da viele, viele Projekte wie Straßenbau, Renovation der Eishalle, Renovation von anderen Gemeindegebäuden, Installation von weiteren Photovoltaikanlagen auf andren Gemeindegebäuden und und und. Ja und dann hätte sicherlich der Gemeinderat auch noch eine ganze Liste von Wünschen und Ideen, die wir ausführen könnten.

Welche Schlagzeile über sich selbst oder über Ihre Gemeinde würden Sie 2021 gerne lesen?
„Gemeinde Herrischried erhält unerwarteten Geldsegen“ – Alle anderen Schlagzeilen wie „Neubau der Gemeinschaftsschule Hotzenwald eingeweiht“ oder „Spatenstich für Herrischrieder Breitband“ müssten, wenn alles nach Plan läuft, so oder so kommen. Doch eine fällt mir noch ein: „Erster Bauplatz im Herrischrieder Neubaugebiet verkauft“, denn das würde bedeuten, dass wir den Bebauungsplan für das Neubaugebiet durchgebracht haben und endlich mit der Bebauung beginnen können.