Die Erschließung neuer Bau- und Gewerbeflächen, verstärkte Bemühungen um Feriengäste und die Stärkung der Gemeinschaftsschule Hotzenwald nennt Christian Dröse als seine wichtigsten Ziele, sollte er als neuer Bürgermeister gewählt werden. Die vergangenen Jahre hätten Gemeinderat und Verwaltung unter dem bisherigen Bürgermeister Christof Berger gut gearbeitet. Doch nun müssten neue Ziele formuliert werden. „Herrischried muss wieder Fahrt aufnehmen“, sagte Dröse am Montag vergangener Woche im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zur „Chefsache“ will Dröse die Schließung der vielen Baulücken in Herrischried und den Ortsteilen machen. „Man muss unbedingt mit den Grundstückseigentümern reden.“ Für die Gemeinde sei die Ausweisung neuer Baugrundstücke für junge Familien äußerst wichtig. Denn junge Familien bedeuteten Schüler für die Gemeinschaftsschule, Kunden für die örtlichen Unternehmen und nicht zuletzt Zuweisungen von Land und Bund an die Gemeinde.

Die im Flächennutzungsplan zur künftigen Wohnnutzung vorgesehenen Flächen auf Ackern in Herrischried und in Niedergebisbach müssten realisiert werden, reichten aber nicht aus, so Dröse. Er spricht sich dafür aus, „im vernünftigen Verhältnis“ auch die Errichtung von Mehrfamilienhäusern zu ermöglichen. „Was ich aber nicht will, sind Mehrfamilienblocks wie am Stehlesee.“ Unbedingt vorantreiben will Dröse das nördlich Herrischried auf dem Gewann Rütteweidling an der Haupt- und Kapellenstraße geplante 2,3 Hektar große Gewerbegebiet. Den örtlichen Betrieben müssten hier Flächen zur Verfügung gestellt werden.

Auf dem Gebiet des Tourismus hat Dröse gleich mehrere konkrete Ideen parat, wie neue Feriengäste gewonnen werden könnten. „Da hat man sich in den letzten Jahren etwas ausgeruht. Denn die Übernachtungszahlen im Schwarzwald steigen, in Herrischried sinken sie aber.“ Ein großes Problem seien die vielen nicht mehr zeitgemäßen privaten Ferienwohnungen. Eine mögliche Lösung sieht Dröse im Konzept der „Kuckucksnester“. Unter dieser Marke pachtet die Hochschwarzwald Tourismus GmbH in die Jahre gekommene Ferienunterkünfte langfristig an, baut sie um und vermarktet sie. Am Freizeitzentrum will Dröse die beiden „kaum mehr genutzten Tennisplätze“ zu Stellplätzen für Wohnmobile umbauen. Drittens befürwortet er die alte Idee eines Hotelneubaus am Stehlesee. „Hier hat sich ja ein Investor gemeldet, der Interesse hat“, zeigt sich Dröse zuversichtlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Erweiterung der Gemeinschaftsschule Hotzenwald sei auf einem guten Weg, so Dröse. „Sollte der neue Bürgermeister Christian Dröse heißen, dann wird sie der jetzige Bürgermeister Christof Berger einweihen“, zollt er dem Amtsinhaber Respekt. Die erweiterte Schule sei aber kein Selbstläufer, und die Zweizügigkeit dürfe keinesfalls aufs Spiel gesetzt werden. „Wir müssen die Gemeinschaftsschule als Schule der kurzen Wege bewerben“, will Dröse Eltern und Kinder aus dem gesamten Hotzenwald für die Schule gewinnen.

Der amtierende Feuerwehrkommandant Dröse will als Bürgermeister an der bestehenden Struktur mit fünf Abteilungen festhalten. „Ich werde definitiv nicht über die Mannschaft hinweg entscheiden“, antwortet er auf die Frage, ob eine Zusammenlegungen mehrerer kleiner Abteilungen, wie sie in vielen Gemeinden bereits erfolgt ist, nicht auch in Herrischried Sinn mache. Aktives Mitglied der Feuerwehr will Dröse übrigens auch im Falle seiner Wahl bleiben. Das Kommandantenamt aber werde er definitiv nach drei Amtsperioden abgeben. „Das habe ich schon vor zweieinhalb Jahren angekündigt, und das hat auch nichts mit meiner Kandidatur als Bürgermeister zu tun.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unbedingt verkürzt werden müsse die Hilfsfrist bei medizinischen Notfällen, verlangt der Bürgermeisterkandidat. „Da finde ich es nicht gut, dass in dieser Frage der DRK-Bereichsausschuss die Gemeinde bisher immer nur vertröstet hat.“ Dröse kann sich vorstellen, dass die Forderung mehr Nachdruck erfährt, wenn Herrischried sie gemeinsam mit Nachbargemeinden vortrage. In der Sache schlägt Dröse vor, den Fokus vom Notarzt auf die Verfügbarkeit der Notfallsanitäter zu verlegen. Falls die für den Hotzenwald zuständige Wache Segeten im Einsatz sei, müsse eine andere Wache die Gebietsabdeckung gewährleisten.