Beim Bau der neuen Herrischrieder Gemeinschaftsschule klemmt es an allen Ecken und Enden. Bis jetzt sind im Rahmen des Neubaus rund 196.955 Euro Mehrkosten zusammen gekommen und das ist noch nicht das Ende. Der Rotstift wird erneut angesetzt. Zudem wird der Zeitplan für die Fertigstellung eng.

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„Wir müssen Streichungen vornehmen, um auf die Projektierungskosten zu kommen. Wir werden es aber nicht schaffen“, prognostizierte Bürgermeister Christof Berger in der jüngsten Gemeinderatsitzung am Montagabend, der letzten Sitzung in seiner Amtszeit. Auch Architekt Max Lauer von der Architektengruppe Spiecker Sautter Lauer aus Freiburg, die für die Fachplanung zuständig ist, hatte eher bedenkliche Nachrichten in die Sitzung mitgebracht.

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Die Kosten für den Rohbau sind mit rund 196.955 Euro bereits jetzt deutlich überschritten. Noch nicht erfolgt ist die Vergabe für die Fenster und Außentüren, die einen großen Brocken in der Bausumme darstellen. Nach der Ausschreibung gab nur ein Bieter ein Angebot für diesen Posten ab. Die Kostenschätzung ging von rund 471.227 Euro aus. Dem stand das Angebot von rund 778.257 Euro gegenüber. Zu teuer, um einen Zuschlag zu geben. Es erfolge nun eine neue Ausschreibung mit deutlich abgespeckten Vorgaben, erklärte Lauer, aber es sei zudem schwierig, Firmen zu finden, die genügend Kapazität hätten.

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Obwohl die Schule bereits den Rotstift zu spüren bekam, wird weiter weggespart. So sollen die Fenster statt einer Dreifach- nur noch eine Zweifachverglasung erhalten und auch bei den Rahmen werden Abstriche gemacht. Auch die dezentrale Lüftung fiel dem Rotstift zum Opfer. „Wir sehen kaum noch Möglichkeiten zum Sparen“, hob Lauer hervor.

Zudem rechnet Lauer mit einer Preissteigerung von vier Prozent und diese gehe ungebremst weiter, so seine Prognose. Auch Bürgermeister Berger wartete mit bisher noch nicht einkalkulierten Kosten auf. So müsse die Straße an der Schule wieder hergestellt werden, da sie für das Verlegen von Leitungen aufgerissen werden musste.

Dies ist allerdings noch nicht alles an schlechten Nachrichten, die die Gemeinderäte vernehmen mussten. „Wir liegen im Zeitplan zurück“, teilte Lauer. Da der Baubeginn wetterbedingt eigentlich erst im Frühjahr beginnen konnte, wird der Rohbau wohl erst im September und nicht wie geplant im Juli abgeschlossen sein, erläuterte der Fachplaner. Wenn alles klappt, dann sollte der Bau spätestens im Sommer 2021 abgeschlossen sein, allerdings mit einem großen Fragezeichen, wie er betonte. Das Problem liege darin, dass erst wenn der Neubau fertig ist, mit der Sanierung der Bestandsschule begonnen werden kann. Bürgermeister Berger betonte: „Wir müssen mit dem Neubau und der Sanierung des Altbaus aber unbedingt bis Dezember 2022 fertig sein.“ Der Grund dafür liegt in den Bestimmungen zu den Fördermitteln. Eine Abrechnung muss bis Ende Juni 2023 erfolgen. „Der Bewilligungszeitraum ist zu kurz“, klagte Berger. Er habe bereits versucht, bei der Behörde eine Ausnahme zu erwirken, sei damit aber bisher auf taube Ohren gestoßen.

Es gab jedoch auch noch eine erfreuliche Nachricht. Durch eine Spende in Höhe von 22.000 Euro von der Stoll-Vita-Stiftung kann die Küche in der neuen Schule mit einer Kühlzelle ausgestattet werden. Unter dem Strich bleiben damit für die Gemeinde dabei lediglich 7000 Euro an Kosten übrig. Der Gemeinderat befürwortete dies einstimmig. Auf Eis gelegt wurde zunächst der Einbau einer Trinkwasseranlage in Höhe von 5670 Euro und die Verschalung einer Decke im Flur, die mit 2000 Euro veranschlagt war.