Einige Mutige trotzten den schlechten Wetterprognosen und genossen im herrlichen Abendlicht die diesjährige Premiere des Stücks „Strom“, geschrieben von Markus Manfred Jung. Das Stück hat über das Jahr einige Wandlungen erfahren. Das Kinderensemble ist deutlich jünger geworden und damit wirken die Schul- und Hofspielszenen lebendiger und sehr authentisch.

Lebhaft: Insgesamt ist ein bisschen mehr Leben in alle Szenen gekommen. Besonders das verjüngte Kinderensemble trägt dazu bei. Die Spielszenen wirken ausgelassen, ohne jedoch ins Alberne abzurutschen – in dieser Szene gibt es übrigens gleich richtig Ärger.
Lebhaft: Insgesamt ist ein bisschen mehr Leben in alle Szenen gekommen. Besonders das verjüngte Kinderensemble trägt dazu bei. Die Spielszenen wirken ausgelassen, ohne jedoch ins Alberne abzurutschen – in dieser Szene gibt es übrigens gleich richtig Ärger. | Bild: Annka Mickel

Texte leicht verändert

Einige Rollen wurden berufs- oder schulbedingt neu besetzt. Helen Schneider gibt herrlich frech und überzeugend den Bengel Fridolin Sutter. Die Texte wurden leicht verändert und alle Spieler waren nach der ersten Aufregung wieder voll in ihrem Element. Allen voran der Lehrer Strittmatter (Markus Betzler) und die Witwe Merkle (Astrid Müller).

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Alemannische Flüche inklusive

Das Stück dreht sich um die Verhandlung, wer nun den Strom auf den Wald bringt. Der vornehme Fabrikant Ferdinand Faller (Sascha Brenn) aus dem Wiesental oder doch die Hotzenwälder selbst. Eine eingeflochtene Liebesgeschichte darf natürlich nicht fehlen. Zudem ist das Stück gewürzt mit der ganzen Palette an Flüchen und Streitigkeiten, die in alemannischer Sprache für manche Lacher unter den Besuchern sorgten.

Zwischen Zeitdruck und Lampenfieber

Die Proben waren in diesem Jahr eine echte Herausforderung in Zeitkoordination und Disziplin, denn eigentlich „kannten die meisten das Stück ja schon“, wie aus den Reihen der Schauspieler zu hören war. Aber in der Generalprobe vergangene Woche waren dann alle doch wieder sehr aufgeregt. Nicht so an diesem Abend: „wenn es dann auf die Bühne geht, ist das alles weg, dann läuft‘s einfach“, fasste Eugen Ückert, der den Sonnenwirt spielt, dieses Gefühl in Worte.

Sie sind die stillen Helfer zu Szenenwechsel. Im letzten Durchlauf stemmte man das noch mit den Mitgliedern des EHC gemeinsam. Nun ist das Trägerteam auf sechs Leute reduziert, um sich nicht allzusehr im Arbeiten im Weg zu stehen.
Sie sind die stillen Helfer zu Szenenwechsel. Im letzten Durchlauf stemmte man das noch mit den Mitgliedern des EHC gemeinsam. Nun ist das Trägerteam auf sechs Leute reduziert, um sich nicht allzusehr im Arbeiten im Weg zu stehen. | Bild: Annka Mickel

Kein Kitsch, kein Happy End

„Mög‘ dies‘ Werk den Stürmen trotzen und Segen bringen allen Hotzen“ – Mit diesem Schlusssatz des Stückes bleibt die weitere Entwicklung offen. Es erfrischt, dass die Streitszenen das richtige Maß zwischen Derbheit und Unterhaltungswert finden. Kein Kitsch, kein Happy End, einfach nur eine Geschichte.

Zum Schluss läuft alles reibungslos

Gab es bis zur Pause in den Szenenwechseln vereinzelt noch bange Momente der Stille, so lief das Stück nach der Pause wie am Schnürchen und das Publikum dankte dies mit langem Applaus. Regisseur Gotthard Jost verabschiedete das Publikum und dankte seinem Ensemble, das einmal mehr mit ihm zusammen gewachsen ist.

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Besucher gut auf alle Wochenenden verteilen, damit nicht am letzten Spiel-wochenende Leute heimgeschickt werden müssen. In diesem Jahr gibt es keinen Schlechtwetter-Ausweichtermin. Teilnehmer ausgefallener Vorstellungen sollten die verbleibenden Aufführungstermine nutzen.