Die Neukonzeption der Abwasserbeseitigung im Ortsteil Wehrhalden war das Thema eines Bürgergespräches am Mittwochabend im vollbesetzten Veranstaltungsraum in der Rotmooshalle.

Vier mögliche Lösungsvarianten wurden vorgestellt, allerdings ohne Preisangaben, was die Bürger besonders interessierte hätte.

Bürgermeister Christof Berger gab zu Beginn der Versammlung seiner Freude über den guten Besuch Ausdruck, ehe er die jetzige Situation erläuterte und Ralf Kech vom Landratsamt Waldshut, zuständig für kommunales Abwasser, Konzeption, Sanierung und Förderung die wasserwirtschaftliche Situation erläuterte.

Beim Bürgergespräch im Veranstaltungsraum der Rotmooshalle standen (von links) Klärwärter Bernhard Stoll, Ralf Mülhaupt vom Planungsbüro Tillig, Ralf Kech von Landratsamt und Bürgermeister Christof Berger zur Verfügung.
Beim Bürgergespräch im Veranstaltungsraum der Rotmooshalle standen (von links) Klärwärter Bernhard Stoll, Ralf Mülhaupt vom Planungsbüro Tillig, Ralf Kech von Landratsamt und Bürgermeister Christof Berger zur Verfügung. | Bild: Werner Probst

Anlage in die Jahre gekommen

Kernpunkt sei, dass die nunmehr 36 Jahre alte Kläranlage nicht mehr den heutigen Anforderungen entspreche. So sei auch ein Ziel des Landes Baden-Württemberg, kleinere Kläranlagen stillzulegen. Die Abbauleistung sei bei einer neuen Kläranlage mehr als doppelt so hoch, wie bei alten Anlagen.

In Wehrhalden sei auch das große Problem, dass die Anlage durch die extrem hohen Zulaufmengen total überlastet sei. Dies geschehe hauptsächlich dadurch, dass durch die Anlieferung im Mischsystem eine extrem hohe Menge angeliefert werde, was die Anlage nicht verarbeiten könne.

Wie Ralf Kech weiter ausführte, gebe es vonseiten des Landes finanzielle Förderung für Strukturverbesserungsmaßnahmen, nicht aber für Kanaluntersuchungen. Ralf Mülhaupt vom Dogerner Planungsbüro Tillig Ingenieure erläuterte die bisher untersuchten Möglichkeiten: Eine Ableitung des Schmutzwassers nach Todtmoos-Au, Neubau eines Pumpwerks mit Anschluss an die Zentralkläranlage Murgtal und das Gebiet Untere Wehrhalden weiterhin mit Einzelkläranlagen, Neubau von zwei Pumpwerken einschließlich des Gebietes Untere Wehrhalden mit Anschluss an die Kläranlage Murgtal.

Bürger zeigen großes Interesse

Seitens der Wehrhalder Bürger war die Fragenstellung groß. So war es für eine Bürgerin unverständlich, dass plötzlich die Kläranlage nicht mehr den Ansprüchen genügen soll. „Wurden die Maschinen schlecht gewartet“, war die Frage, worauf die Antwort kam, dass dies nicht der Fall sei, aber eine Maschine nach 36 Jahren natürlich störanfällig sei.

„Die Schwerkraft nutzen, sei besser als Pumpen zu installieren“, war eine weitere Anregung eines Bürgers, während eine Stimme laut wurde, wonach der Ortsteil Wehrhalden zweitrangig behandelt werde. „Wehrhalden ist uns genauso wichtig, wie die anderen Ortsteile“, erwiderte Bürgermeister Christof Berger und Ralf Kech vom Landratsamt bilanzierte: „Bisher wurde alles recht gemacht“.

Ralf Mülhaupt vom Planungsbüro Tillig erläuterte die weitere Vorgehensweise. So soll das gesamte Abwassernetz genau untersucht werden. Auch die Hausanschlüsse sollen dabei überprüft werden. „Für uns wäre sehr wichtig, wenn wir von jedem Haus ein Plan über die Abwasseranschlüsse hätten“, sagte Tillig.

Im weiteren Zeitplan soll bis im Herbst des nächsten Jahres die Lösungsvariante feststehen, dann der Zuschussantrag gestellt werden und im Jahre 2024 die Arbeiten abgeschlossen sein. Dass über all die Fragen, was die Gemeinde betreffe, der Gemeinderat zu beschließen habe, stellte Bürgermeister Berger klar, aber auch dies, dass all die weiteren Fragen zu dem Projekt nach seiner Amtszeit gelöst werden müssen.