Eigentlich sollte das Herrischrieder Rathaus einem Neubau weichen. Wegen der hohen Kosten für den Schulhausneubau und die Sanierung des Schul-Bestandsgebäudes wird dem Rathaus stattdessen mit einigen Instandsetzungsarbeiten eine Frischekur für rund 50 000 Euro verpasst. Zudem werden Büros neu zugeordnet und auf zwei Etagen zusammengelegt.

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„Mit diesen Veränderungen kann das Rathaus noch zehn Jahre stehen“, argumentierte Bürgermeister Christof Berger bei der Vorstellung des Konzepts in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Das Gremium sprach sich denn auch einstimmig für das Vorhaben aus. Finanziert werden die Maßnahmen über Haushaltsmittel und Mehreinnahmen beim Finanzausgleich und der Gewerbesteuer. Gemeinderätin Hannelore Thiel (Freie Wähler) fand es spannend zu beobachten, wie die Sanierung ausfallen werde, da dem Rathaus doch schon vor fünf Jahren ein „miserabler Zustand“ attestiert wurde und es nun doch noch zehn Jahre zu benützen sei.

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Bedingt durch die Bautätigkeiten rund um die Schule, hatten sich die Gemeinde und das Regierungspräsidium Freiburg darauf geeinigt, momentan das Förderprogramm zur Sanierung des Rathauses nicht in Anspruch zu nehmen. Allerdings stellte das Wirtschaftsministerium der Gemeinde auf dem Hotzenwald eine Wideraufnahme in das Förderprogramm für einen Zeitraum von acht Jahren in Aussicht. Vorausgesetzt, die Gemeinde Herrischried stellt spätestens nach dem Abschluss der Schulbaumaßnahmen, was die Verwaltung für das Jahr 2023 vorsieht, einen neuen Förderantrag.

Fit für weitere zehn Jahre

Aber auch dann soll das Rathaus nicht gleich abgerissen und neu gebaut werden. Es wird damit gerechnet, dass das Gebäude noch rund zehn Jahre genutzt wird. Um dies zu erreichen, sei es jedoch dringend notwendig, sechs Fenster im Obergeschoss auszuwechseln. Auch die elektrischen Verkabelungen in dem in den 1960er Jahren erbauten Gebäude müssten für eine ordnungsgemäße Benützung der EDV-Anlage saniert werden.

Umstrukturierung

Auch eine Neuordnung der bestehenden Räume soll vorgenommen und künftig die Verwaltungsarbeit nur noch auf zwei Ebenen (Erdgeschoss und Obergeschoss) beschränkt werden. Das Bauamt wird demnach aus dem Untergeschoss ins Erdgeschoss des Rathauses verlegt. Dafür wird der Besprechungsraum, in den das Rechnungsamt einziehen wird, in den Keller verlegt. Die Gemeindekasse wird im Obergeschoss eingerichtet.

Treppenlift abgelehnt

Grünen-Gemeinderat Ulrich Gottschalk regte den Einbau eines Treppenlifts an. Dies wurde von der Verwaltung abgelehnt mit der Begründung, dass als Service für gehbehinderte Besucher, Mitarbeiter aus dem Obergeschoss auch ins Erdgeschoss kämen.

Die voraussichtlichen Kosten für die Instandsetzungsarbeiten am Rathaus: Gesamtkosten rund 50 000 Euro. Fenster und Fensterbänke 10 883 Euro, Elektroarbeiten und EDV 18 000 Euro, Bodenbelag und Malerarbeiten 1000 Euro. Die Kosten für diverses Mobiliar sind noch nicht berechnet.