Ein Hauch Glamour lag Freitagabend in der Herrischrieder Luft: Zum Auftakt der diesjährigen Veranstaltungsserie von Kultur uff’m Wald (Verein Aktiver Hotzenwald) waren Sängerin Christine Schmid und der TV-Schauspieler Peter Schell geladen. Mit gewitztem Bühnen-Charme, deutschen und französischen Chansons und einer Auswahl an Anekdoten und pikanten Einblicken ins Privatleben begeisterten sie ihr Publikum in der Rotmooshalle.

Wer Christine Schmid schon einmal erlebt hat, weiß: diese schlanke, blonde Frau ist an quirliger Ausdrucksstärke kaum zu toppen. Ihre nostalgisch-sehnsüchtigen Chansons spielt sie alle auswendig, schäkert mit dem Publikum, beherrscht dabei ihr Instrument präzise mit ungestüm flinken Finken und souverän lächelnd. Feinschliff und Grazie verkörpert die gelernte Sopranistin der Basler Opernwerkstatt so lässig, dass sie gewollt ein wenig taff und verrucht rüberkommt. Auch in Herrischried handelten ihre Lieder von der Liebe. Die Tangos, Musical-Melodien und Eigenkompositionen finden sich auch auf Schmids neuer CD wieder, so wie „Domino“, „Weils verboten ist“, und eine „Hommage an Peter Hebels „Herrischried im Wald“.

Zwischendurch richteten sich aller Augen auf Peter Schell. Der aus der Schwarzwaldserie „Die Fallers“ bekannte Schauspieler mit Aargauer Wurzeln faszinierte mit mannigfaltigen Rollen in ausgewählten Sequenzen: Ob als Rabi Esra im Vater-Sohn-Gespräch (Gedicht: Berthold Brecht) oder mit Heinrich Heines Gedicht „Kapitel 436 – Nur ein Mund“, oder seinen Anekdoten von früheren Erlebnissen in der DDR, am Set oder mit seiner Familie; Peter Schell kann nicht nur „Bauer Karle“, nein, auf der Bühne ging er im vollen Spektrum der Schauspielkunst auf. In Herrischried öffnete er sich auch seinen Fans: Fragen waren erwünscht, und so erfuhr man auch, dass der Serientäter, von dem bald die 1000. Faller-Folge ausgestrahlt wird, selbst gar keinen Fernseher besitzt.

Zu Herrischried haben beide Künstler ein besonderes Verhältnis, wie Moderator Manfred Huber verriet: Beide verbinden frühe Karriere-Erinnerungen von vor 23 Jahren an diesen Ort, dem sie seither treu geblieben sind. Damals hatte Roland Baumgartner die Kulturserie uff’m Wald gerade ins Leben gerufen und auch diesen Freitag fand sich der ehemalige Bürgermeister im Publikum. Zwar ist die Resonanz mit rund 50 Besuchern nicht mit Christine Schmids letztem Auftritt im April 2017 vergleichbar, dennoch zeigten sich die Veranstalter zufrieden mit dem rundum gelungenen Abend.