Der Ortsverband Hotzenwald Bündnis 90/Die Grünen hat bereits die Kommunalwahl 2019 im Blick. An der Mitgliederversammlung am Donnerstag in der Glaswerkstatt von Dirk Bürklin in Großherrischwand stellte Vorsitzende und Kreisrätin Iris Wallaschek klar: "Die Kommunalwahl bedeutet größtes Engagement. Wir sollten jetzt schon die Mitmenschen ansprechen und auf die Wichtigkeit von politischen Entscheidungen hinweisen."

Ein Problem, dem sie entgegenwirken will, ist der nach wie vor geringe Frauenanteil in den politischen Gremien. "Die Frauen sind dort nicht gleichberechtigt vertreten", hielt Wallaschek fest. Und: "Es besteht Handlungsbedarf, damit der Frauenanteil höher wird." Zweiter Knackpunkt: Der Nachwuchs. Die neue Görwihler Gemeinderätin Susanne Köstlin sagte dazu: "Es braucht jüngere Leute in den Gemeinderäten." Um auf die Liste der Grünen zu gelangen, ist eine Mitgliedschaft nicht erforderlich. "Bei uns muss man kein Grünen-Mitglied sein, um auf der Liste der Grünen zu kandidieren", informierte Iris Wallaschek. Bernd Wallaschek hakte nach: "Es geht anderen Parteien nicht anders. Deshalb dürfen wir nicht lange mit der Kandidatensuche warten, sonst sind sie schon vergeben."

Zweites Thema: Krankenhaus, Hausarzt- und Notfallversorgung im Hotzenwald. "Da kann ich nur stöhnen", fasste Iris Wallaschek zusammen. Alle Entscheidungen im Kreistag hätten dem Erhalt des Bad Säckinger Spitals dienen sollen. Dirk Bürklin, Gemeinderat in Herrischried, bemerkte: "Der Prozess war unter demokratischen Gesichtspunkten ein Desaster." Knall auf Fall sei ein neuer Geschäftsführer gekommen und habe sich "wie ein Erpresser" verhalten. "Was die Transparenz betrifft, ist das ganz schlimm gelaufen", blickte er zurück.

Besser sei es mit der Transparenz nicht geworden. Zwei Anfragen über die Notfallversorgung in Herrischried durch die Gemeinde sei von den zuständigen Behörden nicht beantwortet worden. Dabei, so Bürklin, "werden laut Studie die vorgeschriebenen Hilfsfristen in den Hotzenwald-Gemeinden größtenteils überschritten". In den Berichten aus den Gemeinderäten fiel der Blick auf die Schulsituation und das Aus von Atdorf. "Jetzt geht es darum, wie die Gemeinden mit dem Erbe umgehen", erklärte der Herrischrieder Gemeinderat Ulrich Gottschalk.

In der nächsten Gemeinderatssitzung soll es darum gehen, "welche Maßnahmen abgegolten werden". Und: "Es sieht so aus, als ob die Herrischrieder Wasserversorgung besser dasteht als zuvor", so Gottschalk, "wir sind mit nicht mit einem blauen, sondern mit einem grünen Auge davon gekommen". Schließlich die Grund- und Gemeinschaftsschule in Rickenbach und Herrischried: "Es nervt, dass verschiedene Gemeinderäte mit einer Spartaktik kommen", sagte der Rickenbacher Gemeinderat Ehrfried Mutter, "dabei haben wir gute Voraussetzungen, denn wir haben ein sehr gutes Einzugsgebiet, so dass die Schule sicher ist".

Die Grünen

Iris Wallaschek ist Vorsitzende des Ortsverbandes Hotzenwald Bündnis 90/Die Grünen. Kontakt: Telefon 07764/62 59. Drei Termine mit Beteiligung der Grünen zum Vormerken: Sonntag, 22. April: Demonstration in Waldshut gegen das AKW Beznau, Treffpunkt 14 Uhr auf dem Lonza-Gelände. Donnerstag, 26. April, 18 Uhr: Eröffnung der Kunstausstellung "Strahlende Zeiten" im Landratsamt Waldshut mit Werken von 13 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region. 16. September: Hofmarktfest in Giersbach. Auftakt ist am 14. September mit einem Gitarrenspektakel in der Giersbacher Scheune.