Es war ein wunderbar milder Sommerabend auf dem Hotzenwald. Selbst zu vorgerückter Dämmerungsstunde brauchte es keinen Pullover auf der Tribüne am Klausenhof, wollte man der Premiere des neuen Stück „Strom“ lauschen, in dem sich der Autor Markus Manfred Jung mit der Elektrifizierung des Hotzenwaldes Anfang des vergangenen Jahrhunderts auseinandersetzt.

Ca. 150 Besucher verfolgten gebannt den Streit, die Angst und die Hoffnungen der Hotzenwälder, was der Strom wohl alles bringen würde. Da war alles dabei. Eine schandmäulige Witwe Merkle wurde wieder brilliant von Margrit Eckert-Schneider inszeniert.

Christian Lueg gab wie so oft den Knurrigen und diesmal skeptischen Sägewerksbesitzer Gottstein. Konrad Betzler überzeugte mimisch und gestisch als aufklärender Lehrer Strittmatter.


Natürlich darf in einem Klausenhofstück die Figur des Gelehrten „von außen“ nicht fehlen: diesmal der Webereibesitzer Faller aus dem Wiesental, perfekt in Szene gesetzt von Sascha Brenn. Keine Bühne ohne Liebesgeschichte: ausgerechnet die Tochter des Projektgegners Matt verliebt sich unsterblich in Faller, auch hier eine bewährte Besetzung der Johanna mit Tamara Arzner in Kombination mit Sascha Brenn.

Als die ersten Holpereien einer Premiere überwunden waren, lebte der Klausenhof auf und das Publikum ging begeistert mit wenn geflucht, gescherzt, gespottet und gelitten wurde. Die Bühnenlänge reichte am Schluss kaum aus, alle Darsteller aufzureíhen, um sich den verdienten, langen Applaus des Publikums abzuholen.