Alle drei Herrischrieder Eissportvereine haben ein Bedürfnis nach Trainingszeiten. Allerdings kommt der neu gegründete Eissportclub Herrischried (ESPCH) nicht zum Zug. Bürgermeister Christof Berger betonte in diesem Zusammenhang, dass es von Anfang an das Risiko des ESPCH gewesen sei, ob sie überhaupt Trainingszeiten in der Eishalle zugestanden bekämen. Berger bedauerte zwar, dass mit dieser Entscheidung Kinder und Jugendliche in der Gemeinde nicht mehr im Eissport ausgebildet werden könnten, aber es ließe sich nicht verhindern.

Vereinsabspaltung nach Querelen

Nach heftigen Querelen innerhalb der Mitglieder vom Eislaufverein Hotzenwald Herrischried (EVHH) spaltete sich eine Gruppe um die Trainer Ulrich Hartmann und Marie-Claude Hartmann vom Verein ab und gründete im Frühjahr einen neuen Verein. Berger richtete die dringende Bitte an die beiden Vereine: „Einigt euch – setzt euch wieder an einen Tisch.“ Das jetzt gezeigte Verhalten sei ein falsches Signal für die Jugend, appellierte Bürgermeister Berger an die Verantwortlichen.

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Das Interesse der drei beteiligten Vereine, betreffend der Vergabe der Trainingszeiten in der Eishalle war in der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend groß. Im Sitzungssaal drängten sich im Zuschauerraum viele Mitglieder sowohl vom EVHH, dem Eishockeyclub Herrischried (EHC) und dem neuen Eissportclub Herrischried, der mit nahezu allen Mitgliedern, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche, an der Sitzung anwesend war.

Etablierte Vereine bei Vergabe Vorrang

Trotz der großen Präsenz des ESPCH änderte dies nichts an der Entscheidung des Gemeinderats. Der Beschluss fiel einstimmig aus: „Die bisherigen Trainingszeiten für den Eislaufverein Hotzenwald Herrischried und für den EHC Herrischried werden beibehalten. Dem neu gegründeten Eissportclub Herrischried können keine Trainingszeiten in der Eishalle angeboten werden.“

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Grünen-Gemeinderat Dirk Bürklin betonte, dass die etablierten Vereine klar den Vorrang bei der Vergabe der Trainingszeiten bekommen hätten.

Kapazitäten auch für Publikumsnutzung

Bürgermeister Christof Berger sagte: „Die Kapazitäten der Eishalle sind beschränkt, die Trainingszeiten sind bis auf die letzte Minute ausgereizt.“ Bis auf die „Klauen“ sollten die Öffnungszeiten der Eishalle für den normalen Publikumsverkehr verteidigt werden, betonte Berger. Als Grund gab er an, dass die Eishalle Verluste mache und deshalb nicht nur für die Vereine, sondern auch für den Publikumsverkehr geöffnet haben müsse. Genutzt wird die Eishalle auch von vielen Schulen. Während des Eislaufbetriebs von Dezember bis Ostern ist die Eishalle an rund 100 Stunden pro Woche geöffnet.

Vom neuen Eissportclub meldete sich in der Frageviertelstunde niemand zu Wort. Allerdings zeigten sich Trainer Ulrich Hartmann und die Vorsitzende Marie-Claude Hartmann in einer Sitzungspause gegenüber der Presse sehr enttäuscht darüber, dass sie keine Trainingszeiten zugewiesen bekamen. Es wurde zwar ein Nutzungsantrag an die Gemeinde gestellt, der nun allerdings abschlägig beschieden wurde.