Vom Herrischrieder Ratstisch ging am Donnerstagabend ein kleines politisches Erdbeben aus. Bringt es das Milliardenprojekt Atdorf ins Wanken? Der Gemeinderat hat sich als Vertretung der Herrischrieder Bürger zu dem von der Schluchseewerk AG geplanten Pumpspeicherwerk politisch positioniert: Einstimmig fordert er das Unternehmen auf, Abstand zu nehmen von dem Projekt. Das ist ein anderes Kaliber als eine Einwendung in einem Planfeststellungsverfahren.

In der Frühphase hatten die Verwantwortlichen der Schluchseewerk AG stets betont, das größte Pumpspeicherwerk Deutschlands im Einvernehmen mit der betroffenen Bevölkerung und den Standortgemeinden realisieren zu wollen. Sollte das mehr als nur ein Lippenbekenntnis gewesen sein, müsste das Projekt jetzt eigentlich gestorben sein. Denn ließ das Ergebnis der Herrischrieder Bürgerbefragung von 2010, in der sich 51 Prozent gegen und 47 Prozent für "Atdorf" aussprachen, noch Raum für Interpretationen offen, ist das Gemeinderatsvotum eindeutig. Mehr Nein geht kaum.

Natürlich wird das Unternehmen die Planungen für den Pumpspeicher jetzt nicht einstampfen. Doch könnte es für die Schluchseewerk AG richtig ungemütlich werden, wenn sich weitere Gemeindeparlamente Herrischried zum Vorbild nehmen sollten.

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