Ein Jahr lang mussten sich die Motorsportfreunde auf ihren Osterspaß gedulden. Am Karsamstag hatte das lange Warten ein Ende. Der neue Vorsitzende und Rennleiter Thomas Schneider und seine Helfer vom AC Hotzenwald hatten wieder einen 175 Meter langen anspruchsvollen Parkours in der Eishalle in Herrischried aufgebaut. Die 40 Leitkegelpaare wurden mit drei Meter Abstand eng aufgestellt und die Banden waren mit Reifen abgesichert. Es gab keinen Spielraum für riskante Manöver und die Geschwindigkeit wurde auf ein sicheres Maß begrenzt.

Haarscharf vorbei: Aber der Leitkegel blieb stehen. Drei Mädchen Paula Freter, Leni Speck und Lilli Baumgartner fuhren in der Junioren Kartwertung mit. Sie bewiesen Talent und erreichten sehr gute Ergebnisse.
Haarscharf vorbei: Aber der Leitkegel blieb stehen. Drei Mädchen Paula Freter, Leni Speck und Lilli Baumgartner fuhren in der Junioren Kartwertung mit. Sie bewiesen Talent und erreichten sehr gute Ergebnisse. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Der ehemalige Vorsitzende und Urgestein des AC Hotzenwald Gerold Zumkeller eröffnete mit einem feuerroten Opel Karl, der vom Autohaus Saaler zur Verfügung gestellt wurde, den Eisslalom. Kein hakeliges Gas geben und Höchstgeschwindigkeiten waren gefragt, sondern viel Gefühl und runde Fahrweise. Zehn Fahrer waren am Start mit 62 Fahrten. Gerold Zumkeller schaffte in der Kategorie "Einfach" den Sprung auf Treppchen und wurde Dritter. Gewonnen hatte Hermann Vogt mit 42,64 Sekunden was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 15 Kilometer pro Stunde entspricht.

Gewandt: Der AC Hotzenwald verfügt über langjährige Erfahrung in Sachen Eisslalom. Im Formel 1 Tempo werden zusätzliche Sitzschalen und Gas- und Bremsverlängerungen für die Junioren montiert. Nach einer kurzen Einweisung schaltet die Ampel auf Grün und ab geht die Post.
Gewandt: Der AC Hotzenwald verfügt über langjährige Erfahrung in Sachen Eisslalom. Im Formel 1 Tempo werden zusätzliche Sitzschalen und Gas- und Bremsverlängerungen für die Junioren montiert. Nach einer kurzen Einweisung schaltet die Ampel auf Grün und ab geht die Post. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Richtig spannend wurde es, als der in der Garage neben der Eismaschine versteckte vereinseigene Bolide, hervorgeholt wurde. Der Kart war mit zwei Spikesketten pro Rad bestückt, um anständigen Griff ins Eis zu gewährleisten. Der Kurs wurde um ein Viertel gekürzt und runder ausgesteckt. Das Knattern des 7.5-PS-Honda Motors und beißender Benzingeruch sorgten für Rennstall-Atmosphäre. Schon bei den Junioren ging es richtig zur Sache und höhere Geschwindigkeiten konnten gefahren werden. Beeindruckende Drifts gab es zu sehen und des Öfteren flogen die Leitkegel weit über das Eis. Von den zehn Piloten waren drei Mädchen: Paula Freter, Leni Speck und Lilli Baumgartner fuhren in der Juniorenwertung mit. Sie bewiesen Talent und Paula fuhr auf den dritten Platz mit einer Zeit von 27,52 Sekunden, die für das vorderer Drittel bei den Senioren gereicht hätte. Es sah sehr schnell aus, doch die durchschnittlichen Geschwindigkeiten bewegten sich immer noch um die 20 Kilometer pro Stunde. Es siegte Demien Hugenschmidt mit knappen drei Zehntelsekunden Vorsprung.

Einzige Frau auf dem Kart: Die Familie Traxler nahm einmal komplett am Eisslalom teil. Die Mutter Sonja legte besonderen Wert auf sicheres Fahren durch die Leitkegel und belegte aber mit der besonnen Fahrt nicht den letzten Platz.
Einzige Frau auf dem Kart: Die Familie Traxler nahm einmal komplett am Eisslalom teil. Die Mutter Sonja legte besonderen Wert auf sicheres Fahren durch die Leitkegel und belegte aber mit der besonnen Fahrt nicht den letzten Platz. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Die Veranstaltung neigte sich dem Ende entgegen und die Zeit wurde knapp, um die zwischenzeitliche Bestzeit von Gerold Zumkeller mit 27,23 Sekunden zu jagen. Der traditionelle Kampf zwischen den Motorsportfreunden aus Oberentfelden in der Schweiz, dem Opel- und Kadett-C-Club Südbaden (OKCCS) aus Rheinfelden und den Lokalmatadoren des AC Hotzenwald war voll entbrannt. Die Fahrer wurden versierter und die Bahn schneller. Der Tagessieg ging nicht an den Seriensieger Thomas Lerch aus Safenwil in der Schweiz, sondern an den Sieger aus dem vergangenen Jahr, Jerome Tellenbach aus Luzern mit 26,48 Sekunden. Bester Einheimischer als Dritter wurde Marco Zumkeller mit einer Vierzehntelsekunde Rückstand. Trotz des herrlichen Frühlingswetters waren an die 30 Senioren und zwei Damen gekommen. Auf, der am Schluss "leicht" lädierten Piste, legten die Fahrer insgesamt 250 Starts auf das Eis.

Wettbewerb in der eigenen Familie: Marco Zumkeller schnappte seinem Bruder, dem ehemalige Vorsitzende und Urgestein des AC Hotzenwald Gerold Zumkeller knapp den dritten Platz in der Seniorenwertung Kart weg.
Wettbewerb in der eigenen Familie: Marco Zumkeller schnappte seinem Bruder, dem ehemalige Vorsitzende und Urgestein des AC Hotzenwald Gerold Zumkeller knapp den dritten Platz in der Seniorenwertung Kart weg. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann