Herrischried Kultur uff'm Wald: Neuer Schwung für Kultur-Reihe

Die Kultur-Reihe Kultur uff'm Wald erwacht mit neuem Konzept und neuem Organisationsteam aus dem Dornröschenschlaf. Bei der Premiere mit Drei-Gänge-Menü verzückt Erzähler Wolfgang Dold mit Geschichten vom Hotzenwald

Mit neuem Konzept, neuem Organisationsteam und neuem Schwung meldete sich die Reihe „Kultur uff'm Wald“ am Freitag aus ihrem Dornröschenschlaf zurück. Der Arbeitskreis Aktiver Hotzenwald hatte zum regional geprägten Drei-Gänge-Menü ins Gasthaus Waldheim geladen. Vor, zwischen und nach dem Essen gab es dazu in lockerer Folge Geschichten vom Hotzenwald, serviert von Erzähler Wolfgang Dold.

Zahlreich waren die Interessenten der Einladung gefolgt, saßen in der gemütlichen Wirtshausstube und lauschten gebannt den Episoden aus dem Leben der urigen Hotzenwälder Originale, wie Hans Matt-Willmatt sie in seinem Buch „Witz und Schnitz vom Hotzenwald“ zusammengetragen hat. Wolfgang Dold hat sie daraus in seinem Programm nacherzählt, gerade so, als passierten sie just im Moment. Der Schalk sitzt ihm im Nacken, und die schlagfertigen Repliken wirken, als wären sie gerade eben dem eigenen Oberstübchen entschlüpft. Dabei ist es gar nicht so einfach, den episodenhaften, nur selten einem stringenten Handlungsfaden folgenden Erzählungen einen Spannungsbogen zu verpassen.

Aber Dold gleicht diese Eigentümlichkeit seiner Vorlage geschickt damit aus, dass er seine Rede mit bewusst überzogen rustikalen Dialektwendungen spickt und viel Wert auf Sprachrhythmus und farbiges Ambiente in der Erzählung legt. Immer wieder schlendert er durch die Tischreihen, nimmt Blickkontakt auf, beugt sich zu einzelnen Zuhörern hinunter, als würde er ganz speziell für sie persönlich gerade dieses Bonmot aussprechen. Dazwischen spielt er kleine Gitarrenstücke.

So erzählt Dold die Geschichten über die langen Winterabende, an denen die Mädchen an ihrer Aussteuer stickten, die Männer die Cegokarten hervorkramten und die Frauen ihr Spinnrad surren ließen. Dabei lässt er auch so einiges an historischem Wissensschatz einfließen und malt ein farbenprächtiges Bild des Lebens auf dem Wald. Vor allem aber zeichnet er in lebendiger Darstellung die verschiedenen Originale, widmet sich liebevoll ihren speziellen Marotten und ihrem eigenbrötlerischen Wesen. Viele der Geschichten enden mit dem Tod des Protagonisten.

Er erzählt, wie das Maisenhardt-Joggele, das gerne Wanderer in die Irre führte, auch Viktor von Scheffel einmal stundenlang im Kreis gehen ließ. Oder wie ein gewitzter Hotzenwälder einmal in Hierbach in einem unbewachten Moment ein paar frischer Schüblinge aus der Küche entwendete, um sie im Anschluss dem Hausherrn zum Kauf anzubieten.

Von der Tierliebe des Stelefürst weiß er zu berichten und von den Heilkünsten des Dogerner von Segeten, so genannt, weil er als Gleisbauer jeden Tag zu Fuß den Weg zwischen Heimatort und Arbeitsplatz zurücklegte. Und natürlich darf auch das Heidewiebli an diesem Abend nicht fehlen. Trinkfest und schlagfertig sei sie gewesen, mit ihren Stiefeln, den Männerhosen und der Pfeife im Mundwinkel, aber auch eine starke Frau, die allein ihren Lebensunterhalt bestritt. Die Zuhörer hängen an Wolfgang Dolds Lippen, sind streckenweise so gefangen von dieser Art des Vortrags, dass sie unweigerlich die Mimik des Erzählers nachahmen. Am Ende gibt es von allen Seiten großes Lob für diese neue Art der Veranstaltung, bei der alle Komponenten harmonierten.

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