Herrischried Klausenhoffestspiele in Großherrischschwand: Schauspieler proben für Aufführung des Stücks von Markus Manfred Jung

Das Ensemble der Freilichtbühne Klausenhof probt emsig für die Aufführung des neuen Stücks "Strom – Wie de Strom uf de Wald isch choo" von Markus Manfred Jung. Die Klausenhoffestspiele in Großherrischschwand sind vom 7. bis 29. Juli.

Auf Hochtouren proben sie, die Schauspieler der Klausenhoffestspiele, die im Sommer vom 7. bis 29. Juli vor der herrlichen Kulisse des Freilichtmuseum in Großherrischschwand stattfinden. Das neue Stück "Strom – Wie de Strom uf de Wald isch choo" von Markus Manfred Jung erzählt vom Hotzenwald 1903, dessen Bevölkerung durch Missernten und den Niedergang der Heimarbeit und nicht zuletzt durch die Real-Erbteilung hoffnungslos verarmt war – die Rettung aus dieser Misere bot zum einen Ferdinand Faller an mit seiner Idee in Hottingen durch ein Wasserkraftwerk eine mechanische Baumwollweberei zu gründen und dadurch viele Menschen in Lohn und Brot zu bringen; daneben die "Waldelektra", deren Bestreben es war, den Strom in die Häuser auf dem Hotzenwald zu bringen und dadurch der Heimweberei zu neuem Aufschwung zu verhelfen. Und tatsächlich wurde der Hotzenwald dadurch als erstes Gebiet Deutschlands flächendeckend elektrifiziert – wirtschaftlich und sozial bedeutete dies die Rettung und eine große Chance auf ein Entkommen aus der Armut.

Geprobt wird die Rede Ferdinand Fallers (Sascha Brenn links) im Gasthaus Sonne in Hottingen vor der kritischen Landbevölkerung. Die Wirtsleute Karl Friedrich Rünzi (Eugen Ückert) und Maria Josepha (Andrea Arzner) lauschen gespannt.
Geprobt wird die Rede Ferdinand Fallers (Sascha Brenn links) im Gasthaus Sonne in Hottingen vor der kritischen Landbevölkerung. Die Wirtsleute Karl Friedrich Rünzi (Eugen Ückert) und Maria Josepha (Andrea Arzner) lauschen gespannt. | Bild: Sigrid Schneider

Mit 18 Sprechrollen, die zum Teil doppelt besetzt sind, verspricht der Mundart-Fünfakter wieder ein prall gefülltes Programm von Liebe, Eifersucht, Turbulenzen, Raufereien, Reibereien, Spannung und lustigen Kinderszenen – kurz alles, was einen Sommerabend vor der Freilichtkulisse des Klausenhofs so attraktiv macht.

Inzwischen 14 Proben haben die Schauspieler schon absolviert, doch noch fehlen die Kostüme und die zeitgemäße Ausstattung. Wie in jedem Aufführungsjahr ginge das aber erst nach dem Kunststückchenmarkt im Freilichtmuseum, also heuer nach dem 2. Juni, erzählt die Vorsitzende der Freilichtbühne Klausenhof Yvonne Fischer-Lueg. Sie und ihr Ehemann Christian Lueg übernehmen auch die Regiearbeit bei den Proben, bei denen Regisseur Gotthard Jost nicht anwesend sein kann. So wie am Dienstagabend, als die Wirtshausszenen durchgespielt werden. "Gerhard Jost steht mit einer Theatergruppe zurzeit noch in Basel selbst auf der Bühne – und wir helfen uns in der Gruppe untereinander. Auch die Schauspieler, vor allem die Kinder, haben sich abgesprochen und für Doppelbesetzungen gesorgt für Ausfälle an bestimmten Spieltagen – ich bin total begeistert von so viel Mitdenken und Engagement", sagt sie strahlend.

Margrit Eckert-Schneider als fortschrittsfeindliche Bauerswitwe diskutiert heftig mit dem Pfarrer, hier von Christian Lueg gespielt.
Margrit Eckert-Schneider als fortschrittsfeindliche Bauerswitwe diskutiert heftig mit dem Pfarrer, hier von Christian Lueg gespielt. | Bild: Sigrid Schneider

Viele bekannte Gesichter sind zur Probe erschienen; um nur einige zu nennen wären da Christian Lueg (Joseph Gottstein, Bauer), Eugen Ückert (Karl Friedrich Rünzi, Sonnenwirt), Andrea Arzner (Maria Josepha, seine Frau), Margrit Eckert-Schneider (Bauerswitwe) und ganz zentral in den Hauptrollen Sascha Brenn (Ferdinand Faller) und Tamara Arzner (Johanna Matt), um die sich wieder eine zarte Liebesgeschichte entzündet. Schon bei den Proben zeigt sich wie schon bei "Dichter und Heidewiib" (2015), dass die beiden auf der Bühne ein eingespieltes Team sind, bei dem die Chemie einfach stimmt und der Funke beim Publikum überspringen wird.

Hier stimmt die Chemie: Tamara Arzner und Sascha Brenn als Liebespaar Johanna Matt und Ferdinand Faller.
Hier stimmt die Chemie: Tamara Arzner und Sascha Brenn als Liebespaar Johanna Matt und Ferdinand Faller. | Bild: Sigrid Schneider

Das Ensemble der Freilichtbühne Klausenhof wäre nicht es selbst, wenn nicht akribisch am Gelingen der Aufführungsabende gearbeitet werden würde. "Bettina Bohn, die Ehefrau von Markus Manfred Jung hat mit uns bereits einen Theater-Workshop gehalten zu Themen wie "Wie finde ich in meine Rolle" oder "wie lerne ich am effektivsten" und im Mai soll ein weiterer folgen – also Tipps und Tricks für Laienschauspieler", erzählt Yvonne Fischer-Lueg. Dass sich die ganze Arbeit lohnen wird, ist absehbar. Mit Spaß und Freude an der Schauspielerei ist das Ensemble der Klausenhoffestspiele in diesem Sommer wieder zu sehen.

 

Aufführungen

Aufführungen des Stückes "Strom – Wie de Strom uf de Wald isch choo"" von Markus Manfred Jung sind vom 7. bis 29. Juli immer Samstags und Sonntags beim Freilichtmuseum Klausenhof in Großherrischwand; am Samstag ab 19 Uhr und am Sonntag um 18 Uhr. Tickets kosten für Erwachsene 17 Euro im Vorverkauf/19 Euro an der Abendkasse; Jugendliche bis 16 Jahre bezahlen 9 Euro im Vorverkauf und 10 Euro an der Abendkasse. Ab dem kommenden Samstag, 21. April, können Karten online gekauft werden (www.reservix.de). Ab Mitte Mai können Karten auch bei der Tourist-Info Herrischried gekauft werden oder direkt beim Klausenhof. Nach dem 2. Juni können Karten direkt bei der Freilichtbühne Klausenhof erworben werden. Rechtzeitig werden die Telefonnummern und Adressen noch veröffentlicht werden.

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