Annähernd 350 Kinder haben irgendwann einmal bei Iris und Bernd "Blondi" Wallaschek gespielt, getobt, gesungen oder die ersten Sprüche gelernt. Am vergangenen Sonntag war im Rahmen des obligatorischen Sommerfestes vom Kindergarten Wespennest gleich auch die offizielle Verabschiedung der beiden Gründer. Nach bald 30 Jahren kommt der Ruhestand. Und die Zukunft vom Kindergarten ist gesichert.

„Hat sich gut entwickelt“ kam als knapper Kommentar von Blondi. So gut wie keiner nennt ihn noch Bernd. Mit Eigenlob hat er es nicht so. Der studierte und examinierte Lehrer sowie Musikpädagoge hat in den 80er Jahren „umgesattelt auf Erzieher, was eine gute Entscheidung war“. Da waren er und Iris Wallaschek bereits verheiratet und hatten sich nach dem Studium entschieden, wieder auf den Hotzenwald zurückzukommen. Kennengelernt hatten sich die beiden in Waldshut.

Iris Wallaschek kam als Sozialpädagogin mehr aus Zufall ins Kindergartenmetier. Schon vor 35 Jahren mangelte es an Betreuungsplätzen und zeitgemäßen Angeboten. Kindergartenbedarfsplan oder Betreuungsbedarf – politische Schlagworte aus Bonn und Stuttgart, die in Herrischried dringend umgesetzt werden mussten.

Selbständigkeit und viel Gründeridealismus machten aus der Privatinitiative ein tragfähiges Unternehmen. Klar, dazu stehen die beiden, die grün-alternativen Erfahrungen und der Habitus ihrer Studienorte, konnten auch in Herrischried ein Stück weit verwirklicht werden. Ulrich Gottschalk ging explizit in seinen Grußworten als stellvertretender Bürgermeister darauf ein. „Die Selbstverwirklichung geht nur mit der nötigen Authentizität“, gab Blondi seinen nun einstigen Kolleginnen im Kindergarten als Ermutigung mit auf den Weg. Das gelte auch im Privaten.

Iris Wallaschek bleibt politisch aktiv bei den Grünen, Blondi Wallaschek wird seine Musikprojekte weiter fortführen. Kürzertreten ist nicht ihr Stil. Bei Bedarf hat das Ehepaar weiterhin Zeit für ihr Kindergartenprojekt. Vielleicht gönnen sie sich etwas mehr Urlaub, Best Ager im heutigen Verständnis mit Kreuzfahrten und Shoppingtouren in den hippen Metropolen, das sind sie eher nicht. Im Übrigen wird Urlaub vorzugsweise in den deutschen Mittelgebirgen gemacht.